EU-Kommissar bricht Lanze für Hedge-Fonds

19. März 2007, 14:54
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EU-Kommissar Charlie McCreevy erteilt in Dublin Forderungen nach einer Regulierung der Fonds eine deutliche Absage

Brüssel - Die von der Politik misstrauisch beäugten Hedge-Fonds haben Rückendeckung von Europas oberstem Binnenmarkt-Aufseher bekommen. EU-Kommissar Charlie McCreevy erteilte am Donnerstag in Dublin Forderungen nach einer Regulierung der Fonds eine deutliche Absage. Investmenthäuser "einschließlich Hedge-Fonds spielen eine viel wertvollere Rolle als jede Regierung oder irgendeine Regulierungsbehörde bei der Versorgung unserer Kapitalmärkte mit Liquidität". Dies gelte auch für das Senken von Finanzierungskosten, für das Antreiben des Wirtschaftswachstums und für die weltweite Wettbewerbsfähigkeit.

Die Finanzminister der sieben führenden Industrieländer (G-7) hatten kürzlich in Essen erstmals eine breite internationale Debatte über die Risiken der hoch spekulativen Hedge-Fonds vereinbart. Die meisten dieser rund 10.000 Fonds mit einem Kapital von rund 1,4 Bill. US-Dollar (1,07 Bill. Euro) operieren im angelsächsischen Raum.

Überdurchschnittliche Renditen

Die Fonds streben überdurchschnittliche Renditen an und erhöhen ihren Einsatz am Finanzmarkt mit hohen Krediten. Weil sie oftmals Unternehmen zerschlagen und Kündigungen erzwingen, stehen sie immer wieder in der Kritik. Der deutsche Arbeitsminister Franz Müntefering hatte erst vergangene Woche seinen Vergleich der Fonds mit Heuschrecken bekräftigt.

McCreevy sagte, die Branche müsse vorsichtig angefasst werden. Die Aufsichtsbehörden müssten systematische Risiken zwar im Blick haben, dürften die Fonds aber nicht abwürgen. Es gehe nicht um Regulierung. Vielmehr müsse die Bankenaufsicht sicherstellen, dass die Kreditinstitute Risiken richtig einschätzen.

Hedge-Fonds und andere Anlagegesellschaften wie Private Equity-Fonds hätten börsennotierten Unternehmen geholfen, sich anzustrengen. "Und wo diese sich nicht zur Decke gestreckt haben, da haben sie geholfen, die Manager vom Sockel zu stoßen. Genauso soll es sein." (APA/Reuters)

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    Charlie McCreevy

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