Mikrobiologe: "Lieber an der Methanschraube drehen"

Redaktion
22. Februar 2007, 16:37

Marburger Forscher: Verzicht auf Rindfleisch und Milchprodukte könnte schneller positiven Effekt bringen

Berlin/Marburg - Der Klimawandel könnte nach Ansicht des Marburger Forschers Ralf Conrad gebremst werden, wenn die Menschheit sich anders ernähren würde. "Kurz gesagt könnte die Parole lauten: Keine Rinder mehr essen, auf Milchprodukte verzichten", sagte der geschäftsführende Direktor des Max-Planck-Instituts für terrestrische Mikrobiologie. Das von Bakterien in Mägen von Wiederkäuern produzierte Methan ist eines der stärksten Treibhausgase.

An der "Methanschraube" in der Atmosphäre zu drehen, könne schneller einen positiven Effekt bringen, als rasch den Kohlendioxidausstoß reduzieren zu wollen, sagte Conrad. "Der Methan- Kreislauf in der Atmosphäre ist innerhalb von etwa acht Jahren beeinflussbar, bei Kohlendioxid dauert das Jahrzehnte."

600 Millionen Tonnen Methan pro Jahr

Jährlich gelangten etwa 600 Millionen Tonnen Methan in die Atmosphäre, sagte der Mikrobiologe Conrad weiter. Methan entsteht, wenn organische Stoffe zersetzt werden. Dies geschieht zum Beispiel in Sümpfen oder eben in Mägen von Wiederkäuern wie Rindern oder auch Schafen. Der Anteil von Methan in der Luft stieg in den vergangenen zwei Jahrhunderten um etwa 150 Prozent.

Zum Methan-Anstieg habe etwa auch der verstärkte Nassreisanbau beigetragen sowie die Mikroorganismen in Mülldeponien, sagte Conrad. "Wenn wir aber an der "Methanschraube" drehen wollen, verzichten wir lieber auf Rinder statt auf Reis." Der Reisanbau mache etwa zehn Prozent des weltweiten Methanausstoßes aus, die Rinderzucht rund das Doppelte, sagte Conrad. "Wir müssen aber nicht Vegetarier werden. Schweine- und Hühnerhaltung sind harmlos, zumindest was den Methanhaushalt angeht." (APA/Red)

Share if you care
Posting 1 bis 25 von 72
1 2
Der kürzlich erschienene Bericht des UN-Klimausschusses, bestätigt, dass die Klimaveränderung „sehr wahrscheinlich” vom Menschen verursacht wird. Die Gründe und die Folgen sind bekannt.

Doch die Situation ist nicht ausweglos, wenn die Menschen sofort Treibhausgase verringern. Dies muss nicht bedeuten auf sein Auto zu verzichten, sondern kann durch eine vegane Ernährung einfach und effektiv geschehen. Das Treibhausgas Methan, das in enormen Mengen in der Tierwirtschaft entsteht, verursacht zu 18% mehr Treibhausgasemissionen als der Verkehr.
Eine amerikanische Studie ergab, dass ein typischer Fleischesser fast 1,5 Tonnen mehr Kohlendioxid pro Jahr verbraucht als ein Veganer. Eine andere, dass man wesentlich mehr fossilen Brennstoff benötigt, um eine Kalorie tierischen statt pflanzlichen Ursprungs herzustellen.
Fleisch zu essen, ist es nicht wert, das Weltklima zu ändern, Tiere umzubringen und uns gleich mit dazu.

1. Beim Problem des Klimawandels ist auf UMSETZBARKEIT zu achten. Alle Menschen zum Veganismus (also Verzicht auf Fleisch, Milch, Eier, Gelatine und u.U. auch Honig) zu bekehren darf als utopisch betrachtet werden.
2. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung rät für jede Lebensphase von einer veganen Ernährung grundsätzlich ab.
3. Sie befinden sich in "guter" Gesellschaft: viele Zeitgenossen wähnen anlässlich der Klimadiskussion ihre abstusen Ideologien im Aufwind.

jeder bereich

muß seines beitragen. wir können weder alle rinder killen, noch autofahren verbieten,.....aber wenn wir wieder auf einen sinnvollen einsatz, gebrauch herunterkommen egal in welchem bereich, dann wäre wohl viel möglich.

also die vegetarier fahren weniger auto und die radfahrer essen weniger fleisch ;-)

natürlich, die schass von die rindsvicha, dass ist das problem! das müssen wir anfangen, ich hobs schon immer gesagt, das autofoahrn, die gesamte industrie, des is net schuld!

am besten die gesamten vicha umbringen, damit mir - die menschen, als einziges lebewesen uns bis auf den letzten zentimenter ausrbeiten, bentonieren und vergiften können.
das fleisch essen in jeder hinsicht schlecht ist, für die gesundheit, für die umwelt - vorallem durch den 10 mal verbrauchenten ressourcen wenn wir die pflanzen über umwege essen.
aber dass man beim schass von da kuha anfangen solln, dess ist ja wirklich der grösste oberhammer den ich je ghört habe. Ich würd die schass von de menschen -> beim auto und beim konsumverhalten anfangen (produkte aus nahversorgung kaufen) das sagt mein hausverstand! dis schass von da kuha und de schoaf hots imma schon gebn!!!

norbert, norbert

jetzt hast dich so doll aufgeregt und doch weißt du nicht einmal dass es da nicht um die schärse sondern um die rülpser geht..
:(

Lieber Herr CONRADS

GÜLLE-GÜLLE

Tja, her mit dem Katalysator für Kühe :-)

Klimawandel ./. Fleisch (+Fisch)

Es sind nicht nur die Kühe. Es ist der gesamte, längst aus dem Ruder gelaufene Prozess es Verfütterns von Getreide (grossteils aus Übersee und genetisch verändert) statt Weidehaltung und Abfallverwertung, je nach Tierarzt. Zum Wohle der Gewinnmaximierung pro Tier (egal, was das Tier bei solch unnatürlicher Nahrung leidet und wie die Umwelt und Wildtierpopulation darunter leidet). Fleischessen ist out, der Klimawandel zeigt es deutlich. Wenn wir schon glauben, Tiere essen zu müssen, dann bitte Bio und ganz wenig davon. So ist allen gedient, die Welt bleibt bestehen - und vielleicht werden dann auch die grässlichen Tiertransporte (Diesel!!!) abgeschafft.

Wenn Herr Conrad als politischer Consulent posieren will, dann sollte er das nicht unter dem Etikett Mikrobiologe tun. Denn seine Fachkompetenz hat er mit den etwas abstrusen Vorschlägen bei weitem überschritten. Um es an einem Beispiel zu illustrieren: Die Menschheit hat gelernt, Knochenbrüche zu heilen, statt das Skifahren abzuschaffen.
Aber so sind die Experten, die glauben, nur aus ihrer Spartensicht könne die Welt aus den Angeln gehoben werden.

Versteh ich nicht

was soll die Menschheit also tun?
Kuhmethan einsammeln,im Fernheizwerk verbrennen?

Ich will mit meinem Beispiel zeigen, dass Lösungen nicht unbedingt an die Wurzel gehen müssen. Dieses: Wir müssen das Problem bei der Wurzel anpacken, zerstört oft viel mehr als notwenig. Und es ist erschreckend, dass unsere Experten sich gegenseitig einen Wettkampf darin liefern, wer die radikaleren Ratschläge verkündet.

versteh ich trotzdem nicht

von "an die Wurzel gehen" kann doch keine Rede sein,wenn einer empfiehlt,CO2 bissl zu reduzieren,oder CH4 der andere - Hauptmengen kommen eh aus der Natur und bleiben wie sie sind
wenn ich den Heringfang einschränke,bevor Weltmeere leer sind,heisst das ja nicht,dass ich keinen einzigen Hering mehr essen darf
zwenig und zviel ist des Narren Ziel,darum gehts

Conrad fordert ja nicht, den Kosum von Rindfleisch und Milchprodukten a bisserle einzuschränken (so wie Sie sich das vielleicht denken), sondern er fordert den Verzicht. Verzicht heißt null Konsum. Null, nüllo, zero, nothing. Das finde ich radikal.

Also was verstehen Sie da nicht?

jetzt versteh ichs

sie sind der Till Eulenspiegel,der alles wörtlich nimmt
Einen Satz weiter steht doch schon: "an der Methanschraube drehen" - das übersetz ich mit "graduell" (gradus = der Schritt)

Sie verstehen es noch immer nicht. Methan wird von vielen Quellen ausgestoßen. Und lt. Conrad ist es der größte Bestandteil der Treibhausgase. Jetzt will Conrad an der Methan-Schraube drehen. Dh er will den Methanausstoß insgesamt gesenkt wissen. Und als einen Teil, nämlich Großteil am gesamten ausgestoßenen Methan, sieht Conrad die Rindviecher an. Die gehören seiner Meinung nach weg (oder so). Wir sollen KEIN Rindfleisch mehr essen. Null Konsum. Und dann ist das ausgestoßene Methan aber noch immer nicht null, sondern "nur" reduziert. Dh seine radikale Forderung bewirkt erst einen Teil. Aber die Teilwirkung macht die Forderung nicht weniger radikal.

Also nix Till oder so.

mein-gott-na

dann sagnma dem Methanguru halt
wir verzichtn neta auf die halbn Rindviecha
einmal Rindsbratn pro Monat wolln ma doch
dann is er zufriedn, und sie hoffentlich auch
des warat gsunda Menschnverstand ausm Mühlviertel
(allerdings nur theoretisch)

Wir sollen also FREIWILLIG auf Rindfleisch und Milchprodukte verzichten genauso wie wir nach Prölls Ansicht FREIWILLIG auf Fernreisen verzichten sollen?

Liest zwar kein Mensch mehr jetzt

Antwort ist jedenfalls: im Prinzip ja.Allerdings
- müsste der Methanguru harte Daten vorlegen
- einen weltweiten wissenschaftlichen Konsens finden
- einen weltweiten politischen Konsens finden (utopisch)
und das ist der Unterschied zu einem Pröll,der herausgefunden hat (vielleicht zusammen mit der Bauernkammer),dass die Fernreisen an allem schuld sind

Liest doch ein Mensch - oder viele

Klar, die Bauern halten still samt ihrem Minister, der noch nicht mal ein einziges Wort darüber verliert, dass die Tierzucht und -esserei gut 18 % !!! der Klimaschäden fabriziert. In England wird schon von der Regierung zu weniger Fleischessen aufgerufen, aber bei uns? Nicht einmal der Biobauernbonus in Sachen Klima (kein Gen, keine langen Transporte, extensive Tierhaltung - also weniger CO2 usw) wird erwähnt. Von den Tiertransporten als Megablödsinn, auch in Sachen Klima, ganz zu schweigen. Mir graut, und zwar für uns alle!

Die Veganer haben doch recht

Darin, dass sie einen evolutionären Rückschritt propagieren?

...keine ahnung von der materie, aber mitdiskutieren! der konsum von tierischem eiweiss ist eine evolutionäre sackgasse, denn der mensch ist physiologisch ein pflanzenfresser.der verzehr von tierischem eiweiss macht absolut keinen sinn, weder ökonomisch, noch gesundheitlich, noch ethisch oder eben umwelttechnisch etc. du kannst natürlich fleisch essen soviel du willst, aber einen evolutionären fortschritt kannst du daraus absolut nicht ableiten!

Der Mensch ist physiologisch gesehen ein Mischköstler. Das eröffnete ihm ja soviele Nischen.

Um von seiner physiologischen Anlage her Vegetarier zu sein, müsste sein Darm viel, viel länger sein, um all die langen Kohlenwasserstoffketten, die in den Pflanzenfasern drinnen sind, aufzubrechen. Daher geht vieles davon in rohem Zuststand durch unser Verdauungssystem als unverdaute Ballaststoffe hindurch.

Aber wie auch immer. Der Mensch ist ja nicht nur auf Grund seiner Physis zu bewerten. Was ihm körperlich fehlt, ergänzt er durch Kultur und Erfindungen - also erfand der Mensch das Kochen. Und das ist nichts anderes als eine Vorverdauung außerhalb des Magen-Darm-Traktes.

wenn man den homo sapiens aus der sicht eines naturwissenschaftshörigen materialisten betrachtet, hast du natürlich schon recht! aber kultur und erfindungen bedeuten nur immer einen fort-schritt von der natur (des menschen) und haben eigentlich gesamthaft gesehen nicht viel gebracht...
obwohl zugegebenermassen das internet schon eine geile erfindung ist... ;-)

Auch wenn man den Menschen anders betrachtet, habe ich recht.

Wenn Sie die "Natur" des Menschen heilig sprechen, dann möchte ich Ihnen mitteilen, dass die jeweilige "Natur" des Menschen ein soziales Konstrukt ist. Das, was wir als natürlich finden, ist bloß das, was wir gewohnt sind. Und dieses Gewohnheitsempfinden ist eine Tochter der Zeit.

Posting 1 bis 25 von 72
1 2

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.