Dialyse-PatientInnen sterben meist an Herzkrankheiten

21. Juli 2000, 10:51

Erste Hinweise auf die Ursache

Washington - Dialyse-PatientInnen sterben meist nicht an ihrem Nierenleiden, sondern an Herzkrankheiten. Sie haben ein rund 30 Mal höheres Herztod-Risiko als der Durchschnitt der Bevölkerung. Über die Ursachen rätseln die ÄrztInnen bisher noch. Jetzt lieferte eine Studie der University of California in Los Angeles erste Hinweise: Selbst sehr junge NierenpatientInnen, die bereits im Alter von 20 bis 30 Jahren zur Dialyse müssen, können Schäden an den Herzarterien haben, wie sie normalerweise erst bei 60-Jährigen auftreten. Die ForscherInnen vermuten, dass die gängige Kalzium-Therapie bei NierenpatientInnen Teil des Problems ist.

"Es ist ein therapeutisches Dilemma, mit dem wir täglich konfrontiert werden", sagt der kalifornische Wissenschafter William Goodman. Er vermutet, dass hohe Kalzium-Dosen, die vielen Dialyse-PatientInnen verabreicht werden, zwar den Nieren nutzen, aber zugleich die Arterien der Betroffenen schwer schädigen.

Goodmans Team hat mit einem neuen Diagnoseverfahren bei 39 jungen Dialyse-PatientInnen festgestellt, dass sich in ihren Arterien Kalzium-Ablagerungen auskristallisiert hatten. Die WissenschafterInnen raten nun bei besonders gefährdeten Dialyse-PatientInnen zu einer kalziumfreien Behandlung.

Allerdings ist die These unter MedizinerInnen sehr umstritten. (APA/AP)

Share if you care.