Hahn: Quoten für Migrantenkinder und sozial Schwache

8. März 2007, 11:09
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Wissenschaftsminister im Monatsmagazin "Datum": Unis sollen für Aufnahme Benachteiligter finanziell belohnt werden

Wien – Wissenschaftsminister Johannes Hahn (ÖVP) kann sich vorstellen, an den Universitäten eine Quote für Studenten aus sozial schwachen Familien einzuführen und die Unis für eine solche Maßnahme auch finanziell zu belohnen.

Im Interview mit dem Monatsmagazin DATUM – Seiten der Zeit, dessen neue Ausgabe morgen erscheint, antwortet Hahn auf die Frage, ob er sich so eine Quote vorstellen könne: "Ja. Wobei die natürlich fachlich qualifiziert sein müssen! Nach dem, was ich gehört habe, werden in Großbritannien und Australien die Unis, die das machen, auch finanziell belohnt. Wenn das Modelle sind, die bei uns umsetzbar sind, glaube ich, dass ich da etwas gestalten kann."

Kinder mit Migrantenhintergrund

Dasselbe gelte laut Hahn auch für Kinder aus Familien mit Migrantenhintergrund. "Bei Migranten zum Beispiel ist der Zugang zu Bildungseinrichtungen extrem unterentwickelt, das habe ich immer wieder beobachtet."

Hahn will damit auf die jüngst erschienenen Ergebnisse der Studien der OECD und des US-amerikanischen Educational policy Institute reagieren, die beide übereinstimmend festgestellt hatten, dass Österreich in Sachen "sozialer Durchlässigkeit" höherer Bildungseinrichtungen beständig im unteren Drittel der Industrieländer firmiert – sprich, dass in Österreich bei weitem mehr Kinder aus besser gestellten Elternhäusern auf die Unis gehen als Kinder aus armen Familien. (red)

  • Die aktuelle Ausgabe von "Datum" beinhaltet einen Bildungsschwerpunkt. Mehr auf www.datum.at
    foto: datum

    Die aktuelle Ausgabe von "Datum" beinhaltet einen Bildungsschwerpunkt. Mehr auf www.datum.at

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