Ban mahnt Teheran

23. Februar 2007, 15:58
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Antrittsbesuch des neuen UN-Generalsekretärs in Wien im Schatten der Iran-Krise - Südkoreaner rief Teheran auf, die Auflagen der UNO zu erfüllen

Wien – Der Generalsekretär strahlt und strahlt, und seine große randlose Brille wirkt wie eine weitere Lachfalte in seinem Gesicht. „Es ist mir eine große Freude, wieder zurück in Wien zu sein“, sagt Ban Ki Moon, der einmal Botschafter in Österreich war und nun an diesem Donnerstag seinen Antrittsbesuch als neuer Generalsekretär der Vereinten Nationen absolviert.

Der südkoreanische Diplomat trifft sich am ersten Tag dieses Besuchs mit Bundespräsident und Bundeskanzler, Nationalratspräsidentin und Außenministerin und isst zu Mittag mit Ursula Plassniks Amtskollegen der „regionalen Partnerschaft“ _aus Polen, Tschechien, Slowakei, Ungarn und Slowenien. „Eine wohl überlegte Einladung“, lobt Ban die österreichische Ministerin. Österreich sei einer der stärksten Unterstützer effizienter multilateraler Politik, fährt der UN-Generalsekretär fort. Und außerdem, so sagt Ban, „schulde ich Ihnen Dank für die Unterstützung meiner Kandidatur als Generalsekretär“.

Doch Bans Besuch an diesem Tag in Wien steht vor allem unter dem Eindruck der Iran-Krise. In der UNO-City bereitet der Generaldirektor der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO), Mohamed ElBaradei, die Veröffentlichung seines jüngsten Berichts über das iranische Atomprogramm vor, während Ban bei seiner Pressekonferenz im Außenministerium eine Mahnung nach der anderen an den Iran richtet.

Unbeantwortete Frage

„Ich bin einmal mehr tief besorgt darüber, dass die iranische Regierung nicht die Frist eingehalten hat, die der Sicherheitsrat setzte“, sagt der UN-Generalsekretär. Er dränge den Iran, sich an die Auflagen der Resolution – vor allem den Stopp der Urananreicherung – zu halten. Einer Frage, ob er – Ban _– nun persönlich die Lösung des Atomstreits in die Hand nehmen und etwa nach Teheran reisen wolle, weicht der Generalsekretär allerdings aus. (Markus Bernath/DER STANDARD, Printausgabe, 23.2.2007)

  • Zurück in Wien: Der frühere Botschafter Südkoreas in Österreich, Ban Ki Moon, traf bei seinem Antrittsbesuch als neuer UN-Generalsekretär Außenministerin Ursula Plassnik.
    standard/matthias cremer

    Zurück in Wien: Der frühere Botschafter Südkoreas in Österreich, Ban Ki Moon, traf bei seinem Antrittsbesuch als neuer UN-Generalsekretär Außenministerin Ursula Plassnik.

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