Appetit auf Fastfood wächst

22. März 2007, 15:25
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Branchenriesen wie McDonald’s ist der Appetit auf neue Standorte noch nicht vergangen

Wien – Schlechte Nachrichten für Wiener Würstelstände: Die Magistrate schieben der Expansion der Imbissbuden den Riegel vor. In der Innenstadt und am Gürtel sollen keine neuen Standln bewilligt werden, ist aus den Ämtern zu hören. Denn in den vergangenen Jahren sei mit Gassenverkauf zu flott expandiert worden.

Mehr Chancen für Systemgastronomen

Andreas Kreutzer, Chef von Kreutzer Fischer & Partner, rechnet vor, dass die Zahl der österreichischen Imbissbuden 2006 um 5,7 Prozent auf 1520 gestiegen ist. Sie hätten ihren Anteil am rund 738 Mio. Euro schweren Fastfood-Markt um ein auf 34 Prozent ausgebaut. Der Trend zum schnellen Essen setze sich fort und unterlaufe das klassische Lebensmittelgeschäft, warnt Kreutzer. "Viele Händler haben dem nichts entgegenzusetzen." Mehr Chancen als für Würstelstände sieht er aber für Systemgastronomen. Denn Branchenriesen wie McDonald’s ist der Appetit auf neue Standorte noch nicht vergangen. Die Fastfood-Kette hat den Österreich-Umsatz im Vorjahr um 7,04 Prozent auf 329 Mio. Euro ausgebaut, belegt McDonald‘s-Chef David Newman. Heuer werden 35 der 162 Restaurants um 15 Mio. Euro aufgefrischt. Bis 2011 sollen in allen Filialen Lederbänke die Plastiksitze und stimmungsvolle Lampen die Neonröhren ersetzen.

40 weitere Filialen

Newman sieht zudem langfristig Platz für 40 weitere Filialen. Das neue McDonald’s-Rezept: Transparenz. Der Konzern holt österreichische Lieferanten vor den Vorhang. Alles Rindfleisch kommt so von Esca in Enns, alle Pommes aus dem Marchfeld. Die Burger liefert Bäcker Kurt Mann, für die Eier sorgt Toni Hubmann und für die Milch Berglandmilch. Hühner holt sich die Kette hingegen aus Ungarn, teils aus Frankreich. Die jährlich 1500 Tonnen Salat wachsen neben Österreich in Ungarn und Spanien. Die Torten für Kindergeburtstage backen seit Kurzem statt der Konditorei Aida deutsche Firmen. Das gesamte Einkaufsvolumen liegt bei 100 Mio. Euro im Jahr; schriftliche Verträge mit Lieferanten lehnt McDonald’s aus Prinzip ab.

Konkurrenz im Griff

Der Konzern hat auch seine Konkurrenz gut im Griff. Burger King – in anderen Ländern härtester Mitbewerber – zählt in Österreich nach dem zweiten Anlauf erst 24 Standorte. Subway sperrte vor einem Jahr zu. Pizza Hut musste 2003 den Hut nehmen. Der Hendlbrater Kentucky Fried Chicken ist jetzt dabei, (mit tschechischen Hühnern) sein zweites Restaurant in Wien zu eröffnen.

"Wir haben in der Systemgastronomie 72 Prozent Marktanteil", zieht Newman Bilanz. Österreich sei einer der stärksten Märkte in Europa. McDonald’s habe anders als Mitbewerber nicht auf schnelle Gewinne gesetzt. "Wir haben hier auch Lehrgeld bezahlt." (Verena Kainrath, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 23.02.2007)

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