Zwei Regierungsvertreter erschossen

2. März 2007, 12:48
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Flughafen Mogadischu unter Beschuss - Rebellen drohen mit Selbstmordanschlägen auf Friedenstruppe

Mogadischu/Nairobi - Zwei Vertreter der von Äthiopien militärisch unterstützten Übergangsregierung in Somalia sind in der Hauptstadt Mogadischu von Unbekannten erschossen worden. Wie die somalische Nachrichtenagentur Shabelle am Donnerstag meldete, starben die beiden Regionalpolitiker am Vortag bei nahezu zeitgleichen Attentaten.

Bei den schwersten Gefechten in der Stadt seit dem Abzug der islamistischen Milizen im Dezember waren Anfang dieser Woche mindestens zwölf Menschen getötet worden. Angesichts der zunehmend schlechteren Sicherheitslage in Mogadischu sind bereits tausende Bewohner geflüchtet. Der Flughafen der Hauptstadt Mogadischu geriet am Donnerstag wieder unter Mörserbeschuss, wie Flughafendirektor Mohammed Ahmed Siyad erklärte. Mindestens zwei Geschosse seien auf dem Flugfeld explodiert, verletzt worden sei niemand.

Drohung mit Selbstmordanschlägen

Rebellen in Somalia haben mit Selbstmordanschlägen auf Soldaten der ausländischen Friedenstruppe gedroht, die in den nächsten Tagen unter dem Kommando der Afrikanischen Union (AU) in dem ostafrikanischen Bürgerkriegsland stationiert werden soll. Die panafrikanische Friedenstruppe werde mit Granaten, Autobomben und von "jungen Männern, die begierig auf Märtyrereinsätze gegen diese Kolonialtruppen warten", angegriffen, kündigte eine "Volkswiderstandsbewegung" am Donnerstag in Mogadischu an.

"Die Soldaten aus Uganda und den anderen afrikanischen Ländern sind auch nicht besser als die äthiopischen Truppen, die unser Land mit Gewalt besetzt haben", hieß es in der Erklärung. Die mit äthiopischer Militärhilfe installierte Regierung des Präsidenten Abdullahi Yusuf Ahmed hat in der Nacht auf Donnerstag sieben als "Terroristen" bezeichnete Personen festnehmen lassen, unter ihnen den Imam der wichtigsten Moschee, Sheik Sharif Mohamed.

Der UNO-Sicherheitsrat hat der Afrikanischen Union das Mandat zu einem sechsmonatigen Friedenseinsatz in Somalia erteilt. Die Milizen der so genannten Union der Islamischen Gerichte hatten Mogadischu und große Teile Somalias ein halbes Jahr lang beherrscht und durch Anwendung der Scharia für etwas Stabilität gesorgt, nachdem es ihnen gelungen war, die von den USA unterstützte Warlord-"Allianz für die Wiederherstellung des Friedens und gegen Terrorismus" (ARPCT) zu schlagen, deren Führer jetzt in der Übergangsregierung sitzen. Die Warlords hatten nach dem Sturz des Diktators General Mohammed Siad Barre 1991 Chaos und Anarchie verbreitet. (APA/dpa/AP)

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