"Der einzige Streitgrund mit ihm war, dass er Rapidler ist"

2. März 2007, 19:05
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Österreichs Schwimmer-Ass Markus Rogan fühlt sich in Rom wohl und widerspricht Gerüchten um einen Streit mit Ex-Trainer Michlmayr

Rom - Wie einst in Stanford trainiert Markus Rogan seit gut einen Monat außerhalb Österreichs für den großen Erfolg. In Rom zieht der 24-Jährige mit den italienischen Schwimm-Größen Filippo Magnini und Massimiliano Rosolino seine Bahnen, ehe es für ihn am 12. März nach Australien zur unmittelbaren Vorbereitung auf die WM vom 25. März bis 1. April in Melbourne geht. Vom Abschneiden in "down under" macht Rogan seine weitere Trainingsgestaltung abhängig.

Vorläufig passt für ihn in der "ewigen Stadt" aber alles zusammen. "Ich bin hierher gegangen, weil die Leute hier Gold haben", wies Rogan in seinem neuen Domizil auf die Titel seiner prominenten Trainingskollegen hin. "Die Stimmung ist so ähnlich wie in Österreich, nur mit mehr Leidenschaft, was das Training leichter macht. Zwei Jahre habe ich alleine trainiert und das Beste daraus gemacht."

"In Wien hätte ich mehr Konkurrenz gebraucht"

Der Wiener hatte natürlich auch im Becken der Südstadt bei Wien Kollegen, aber nicht auf seinem Leistungsniveau. "Ich hatte den Eindruck, jetzt brauche ich andere Leute, die mich pushen. In Wien hätte ich mehr Konkurrenz gebraucht." Einen Unterschied in der Trainingsgestaltung sieht der Ex-Weltrekordler im nun vermehrten Krafttraining etwas zu Lasten der Ausdauer. "In Rom quält man sich, es ist aber halb so schlimm."

Die auch durch das Mitwirken des österreichischen Schwimm-Verbandes (OSV) ermöglichte Kooperation mit internationalen Assen ist für Rogan das Wichtigste. "Einsamkeit ist ein großer Feind", erklärte der vierfache Vize-Weltmeister. "Es ist wichtig, dass jemand da ist, der dir sagt: Komm, es geht auch schneller. Oder ein Trainer, der dich eventuell bremst." Dieser Betreuer ist Claudio Rosetto, auch Betreuer von Rosolino und Magnini.

In Kontakt mit Michlmayr

Mit seinem bisherigen Coach Robert Michlmayr ist Rogan weiter in Kontakt, tauscht Erfahrungen und Trainingszeiten per E-Mail aus. "Der einzige Streitgrund mit ihm war, dass er Rapidler ist", sprach der Vize-Europameister Gerüchten entgegen, dass er im Streit aus der Südstadt gegangen war. "Ich habe nur ganz einfach gespürt, dass ich nicht mehr machen konnte. Für die Ziele, die ich noch habe, war ein Wechsel wichtig."

Das Fernziel ist Olympia 2008 in Peking, das kurzfristige wohl eine Medaille in Melbourne. Ganz exakt legt sich Österreichs "Sportler des Jahres" 2004 gegen seine sonstige Art da nicht fest. "Ich will das Beste leisten und bringen, was ich bringen kann. Ich bin sehr gut in Form, werde es schon schaffen. Aber ich kämpfe nicht gegen die anderen." Damit hat sich Rogan offenbar ein wenig von seinem bisherigen Denken gelöst, unbedingt Gold holen zu müssen.

Verbleib in Rom ungewiss

Die schrittweise Verbesserung seiner Leistung unabhängig von jenen der Anderen steht bei ihm nun im Vordergrund, und den Fortschritt wird er bei dementsprechendem Erfolg auch nach der WM in Rom suchen. "Wenn ich gut schwimme, stehen die Chancen auf ein weiteres Training in Rom auf 100 Prozent. Wenn ich schlecht schwimme, aber auf Null." Für diesen Fall hat der Rücken-Spezialist die Option Frankfurt offen.

Dort trainierte Rogan im Jänner eine Woche lang mit dem Deutschen Helge Meeuw, ein Könner in der Rückenlage. "Das Problem war nur", erläuterte das OSV-Ass, "dass die Deutschen auf Höhentrainingslager in die Sierra Nevada gegangen sind. Das hat nicht in mein Programm gepasst." Mit den Deutschen kommt Rogan ab 12. März zum Training in Kate Allens Heimat Geelong zusammen. Dort wird mit den Italienern für die WM trainiert, den Höhepunkt 2007. (APA)

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    "Für meine Ziele war Wechsel wichtig"

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