Spannungen Israel-Syrien um Golan

6. März 2007, 15:57
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Damaskus verlegt Truppen in Richtung Golan - Peretz-Berater: Kein Hinweis auf syrische Angriffspläne

Tel Aviv/Jerusalem - Berichte über eine syrische Truppenverstärkung nahe der von Israel besetzten Golan-Höhen haben am Donnerstag Befürchtungen vor einem drohenden militärischen Konflikt geweckt, während Österreich das Kommando über die dortige UNO-Mission in Anwesenheit von Verteidigungsminister Norbert Darabos übernommen hat. Nach Informationen des renommierten Militärkorrespondenten der israelischen Zeitung "Haaretz", Zeev Schiff, verlegte Syrien Militäreinheiten in Richtung des Gebiets, in dem die israelische Armee eines der größten Manöver seit Jahren durchführt.

Schiff verwies auf ähnliche syrische Truppenbewegungen vor dem Yom-Kippur- Krieg von 1973, als Israel von Syrien und Ägypten angegriffen worden war. "Haaretz" berichtete, Syrien habe in letzter Zeit mit iranischer Hilfe sein Militär in fast allen Bereichen deutlich verstärkt. Auch die Marine, die jahrelang vernachlässigt worden sei, habe man modernisiert. Besonders bedrohlich sei eine erhebliche Aufrüstung mit Raketen, in deren Reichweite sich die israelischen Großstädte befänden.

Der Berater des israelischen Verteidigungsministers Amir Peretz, General Amos Gilad, sah jedoch keine unmittelbare Kriegsgefahr: "Die Tatsache, dass Syrien seine militärischen Potenziale verstärkt, bedeutet nicht, dass wir morgen angegriffen werden, aber wir müssen sicher vorbereitet sein." Es gebe keine Truppenbewegung, die darauf hindeute, dass Israel bald einer Offensive ausgesetzt sein könnte. Ein Vertreter von UNO-Einheiten auf den Golan-Höhen erklärte, eine Änderung der syrischen Truppenstärke sei nicht feststellbar.

Wie der israelische Verteidigungsminister Peretz mitteilte, geht es bei dem Großmanöver der israelischen Armee auf dem Golan nicht um die Vorbereitung auf einen "möglichen Konflikt", sondern darum, die Lehren aus dem Libanon- Krieg vom vergangenen Sommer anzuwenden. (APA/dpa)

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