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8. März 2007, 19:19
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Die Einwände der serbischen und kosovo-albanischen Delegationen

Belgrad: Die serbische Regierung sei nicht vollständig gegen den Plan Martti Ahtisaaris, sondern lehne lediglich die Teile ab, die die territoriale Integrität Serbiens verletzten, so die serbische Delegation. Belgrad fordert statt einer überwachten Unabhängigkeit, substanzielle Autonomie für den Kosovo und neue Verhandlungen mit offenem Ende. Das verfassungsrechtliche System des Kosovo dürfe demnach nicht ganz von Serbien getrennt werden, und die Serben müssten als konstituierendes Volk und nicht als nationale Minderheit behandelt werden. Belgrad will sich weiters dafür einsetzen, dass die serbisch-orthodoxe Kirche im Kosovo keine Sonderrechte bekommt, wie der Plan vorsieht, sondern an das Mutterland gebunden bleibt.

Prishtina: Die kosovo-albanische Delegation hat Bedenken gegen die Auflösung des Kosovo-Schutzkorps, der aus der formal entwaffneten "Kosovo-Befreiungsarmee" UÇK formiert wurde. Zudem stört sie, dass künftig ein von der EU ernannter Hoher Repräsentant missliebige Politiker absetzen und Beschlüsse verhindern darf. Bedenken hat Prishtina auch gegen die geplanten horizontalen Beziehungen der serbischen Gemeinden im Kosovo mit Belgrad. (red, DER STANDARD, Printausgabe 22.2.2007)

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