Prozess gegen 17 Pinochet-Helfer in Paris

30. März 2007, 07:28
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Verhandlung in Abwesenheit der angeklagten Militärs und Mitarbeiter - Vorwürfe: Verschleppung, Folter, Barbarei

Paris - Insgesamt 17 Militärs und Mitarbeitern des vor zwei Monaten gestorbenen früheren chilenischen Diktators Augusto Pinochet wird in Paris in Abwesenheit der Prozess gemacht. Wie am Mittwoch aus Justizkreisen in der französischen Hauptstadt bekannt wurde, wird das geplante Verfahren vor einem Geschworenengericht das erste weltweit zur Diktatur Pinochets in Chile von 1973 bis 1990 sein. Der Prozess soll frühestens 2008 beginnen.

Den 17 Männern, überwiegend Militärs, werden gesetzwidrige Verschleppung von vier Franzosen sowie Folter und barbarische Akte während der Zeit der Diktatur vorgeworfen. Darauf steht nach französischem Recht lebenslanger Freiheitsentzug.

Pinochet war am 10. Dezember 2006 im Alter von 91 Jahren gestorben. Mehr als 3000 Menschen wurden unter seiner Herrschaft getötet oder verschwanden spurlos, Hunderttausende ins Exil getrieben. Pinochet hatte Chile nach einem Putsch gegen den sozialistischen Präsidenten Salvador Allende mit eiserner Hand geführt. (APA/dpa)

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