Freiheitliche "Sorgenkinder"

20. Juli 2000, 22:15

Eine Regierungsumbildung steht nach wie vor im Raum

"Davon weiß ich ehrlich gestanden nichts", wusste FP-Vizekanzlerin Susanne Riess-Passer diesmal in Vorarlberg nichts von einer bevorstehenden Regierungsumbildung. Dass in der FPÖ manche schwächeln, wird auf mittlerer Funktionärsebene offen debattiert. Nicht zufällig finden sich auf den letzten Plätzen von Beliebtheits-Umfragen: Verteidigungsminister Herbert Scheibner, Sozialministerin Elisabeth Sickl, Justizminister Dieter Böhmdorfer und Infrastrukturminister Michael Schmid.

Böhmdorfer gilt parteiintern als unverschiebbar. Scheibner ist zwar in der Bevölkerung ungeliebt, hat aber als interner Manager Gewicht: Er ist Stellvertreter Riess-Passers und Mitglied der montäglichen Koordinationssitzung im Kanzleramt. Im Verteidigungsministerium ist man dagegen von seiner mangelnden Durchsetzungskraft enttäuscht. Wenig Gewicht hat Michael Schmid. Allerdings, so hoffen manche, könnte sich der Fall mit der steirischen Wahl und einem Wechsel nach Graz von selbst erledigen. Als Nachfolger stünde der Vorarlberger Hubert Gorbach bereit.

Das Sorgenkind schlechthin ist Sozialministerin Sickl. Sie sei das Sprachrohr des einfachen Parteimitgliedes Jörg Haider, hört man, und nur als solches sitze sie noch in der Regierung. Allerdings, so argumentieren manche in der ÖVP, sei Sickls Schwäche unbezahlbar: Dadurch könne die ÖVP ihre Ideen ungestört durchsetzen. Und glänzen.

Alternativen zu Sickl wären Generalsekretärin Theresia Zierler sowie die nicht amtsführende Wiener Stadträtin und Sozialexpertin Karin Landauer. "Ich würde es nicht machen", sagt Letztere zum STANDARD. Sozialsprecher Herbert Haupt gilt als kompetent, ist aber an Hepatits C erkrankt.

Verändern will sich dem Vernehmen nach ein Fixstern im letzten SP-Kabinett: Caspar Einem soll neben seinem Abgeordnetendasein als Konsulent eines Sicherheitsunternehmens ins Berufsleben zurückkehren. (eli/kob/mon)

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