Hamburger Hafen mit Rekordjahr

15. März 2007, 08:38
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Unternehmen schlägt jeden fünften Container in Nordeuropa um

Hamburg - Die Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) hat im vergangenen Jahr ihren Wachstumskurs fortgesetzt. Der Umsatz sei gegenüber dem Vorjahr um 20 Prozent auf mehr als eine Milliarde Euro gestiegen, der Gewinn nach Steuern um mehr als 55 Prozent auf 100 Millionen Euro, erklärte der Vorstandsvorsitzende Klaus-Dieter Peters am Mittwoch in Hamburg. An ihren drei Containerterminals im Hafen der Hansestadt schlug die HHLA 2006 etwa 6,1 Millionen Standardcontainer um - 16 Prozent mehr als im Vorjahr. Diese Wachstumsrate liege deutlich über dem Durchschnitt der nordeuropäischen Häfen in Antwerpen, Rotterdam, Bremen und Hamburg (8,6 Prozent) und übertreffe auch den elfprozentigen Anstieg des weltweiten Containerverkehrs, erklärte Peters.

Jeder fünfte Standardcontainer in der so genannten "Nordrange" wurde demnach von der HHLA in Hamburg umgeschlagen. Die zwei weiteren HHLA-Terminals in Lübeck und im ukrainischen Odessa sorgten mit Steigerungsraten von 88 beziehungsweise 46 Prozent für ein Gesamt-Umschlagplus von 18 Prozent auf etwa 6,6 Millionen Container. Auch der Weitertransport von Containern ins Hinterland war stärker gefragt, er wuchs um 20 Prozent. Der Umschlag von Gütern, die nicht in Standardcontainern transportiert werden, nahm ebenfalls zu: So wurden zum Beispiel eine Million Tonnen Obst (plus 25 Prozent), 130.000 Autos (plus zehn Prozent) und 14 Millionen Tonnen Erz und Kohle (plus acht Prozent) umgeschlagen.

Globalisierung

Wegen der Globalisierung würden immer mehr Güter hin und her transportiert und sorgten so für den Anstieg, sagte HHLA-Sprecher Florian Marten. Seine Faustformel: "Das Wachstum der Weltwirtschaft mal drei entspricht dem Wachstum des Weltcontainerverkehrs." Der Hamburger Hafen habe seine Kapazitäten in den vergangenen Jahren entsprechend ausgebaut und profitiere außerdem von seiner günstigen Lage als "Drehscheibe nach Osteuropa".

Um weitere Investitionen zu finanzieren, strebt die Stadt als bisher alleiniger Eigentümer eine teilweise Privatisierung der HHLA an. Anfang April falle die Entscheidung, ob Teile des Unternehmens an private Investoren verkauft oder an die Börse gebracht würden, sagte Marten. Die gut 4.200 Mitarbeiter lehnen die Pläne ab, weil sie um ihre Arbeitsplätze fürchten. Sie wollen am Donnerstag dagegen demonstrieren. (APA/AFP)

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