Schutz und Wärme

Redaktion, 16. Mai 2007 17:43
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    Es gibt völlig offene Kamine, bei denen man das lodernde Feuer unmittelbar erleben kann, aber auch solche mit Glastüren als Schutz vor der Flamme.

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    Christine Diethör, Innenraum- Expertin.

Schon zu Urzeiten versammelten sich die Menschen ums offene Feuer. Das ist heute nicht anders - Von Christine Diethör

Bis ins beginnende 20. Jahrhundert hinein war der Herd der Mittelpunkt des Hauses, an dem gekocht, gegessen und gelebt wurde. Bis heute übt Feuer einen magischen Reiz auf uns aus und zieht jeden in seinen Bann. Wenn wir uns um eine Feuerstelle versammeln, schwingen archaischer Gestus, Lagerfeuerromantik und Abenteuer mit. Ein offener Kamin mit prasselndem Feuer ist der Inbegriff von Gemütlichkeit.

Es gibt völlig offene Kamine, bei denen man das lodernde Feuer unmittelbar erleben kann, aber auch solche mit Glastüren als Schutz vor der Flamme. Besonders schön sind die frei im Raum stehenden oder von der Decke hängenden Kaminobjekte, die kreisrund, oval oder eckig das Zentrum eines großen Raumes bilden. Auch eine Kaminwand mit vorgelagerter Sitzbank kann einen unübersehbaren Blickfang im Raum darstellen. Kamine können zur Raumtrennung genutzt werden und dabei beispielsweise den Ess- und Wohnbereich unterteilen. Ästhetisch ansprechende und geeignete Materialien sind schwarzer oder roher Stahl, Naturstein und unbehandelter Beton, zumal diese Baustoffe den archaischen Charakter des Feuers einmal mehr unterstreichen.

Geliefert wird der Kaminofen entweder fertig aus Stahl oder als Bausatz, der anschließend von Fachleuten aufgestellt oder vom Hafner mit Schamotte aufgebaut wird. Um den Kaminofen herum sollte in einem Umkreis vom mindestens einem Meter ein nicht brennbarer Bodenbelag hergestellt werden.

Die Nachteile von offenem Feuer im Haus - wie etwa Brandgefahr, Ruß und Rauch - können heute mit gut geplanten Kaminanlagen leicht gebannt werden. Ein sechs Meter hoher Rauchabzug mit einem Durchmesser von mindestens 20 Zentimetern sollte dabei unbedingt vorhanden sein. Bei Einfamilienhäusern oder im Dachausbau kann dieser auch nachträglich aufgestellt werden. Der Einbau einer kontrollierten Zuluftleitung unter dem Kamin führt dem Feuer genügend Sauerstoff zu, ohne dass man im Winter dafür die Fenster öffnen müsste, und gewährleistet einen direkten Luftzug. Dadurch wird die Rauchentwicklung im Innenraum verhindert. Bei Einbau einer kontrollierten Wohnraumbelüftung, wie dies bei Passivhäusern der Fall ist, ist es allerdings aus mit der Romantik. In diesem Falle muss man auf das offene Feuer verzichten. (DER STANDARD, Print-Ausgabe, 10./11.2.2007)

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