Entschuldigung und großer Ärger

6. März 2007, 23:34
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Während sich Bayern-Torschütze Van Bommel mit den Real-Fans ver­söhnen will, ist Lille ob des Gegentores durch Giggs noch richtig sauer

Wien - Während sich der FC Bayern München nach der 2:3-Auswärtsniederlage im Achtelfinalhinspiel der Fußball-Champions-League bei Real Madrid am Dienstag-Abend im Bernabeu Stadion über den wichtigen Last-Minute-Treffer von Mark van Bommel freute, kritisierte der OSC Lille beim Duell mit Manchester United die Leistung von Schiedsrichter Eric Braamhaar. Die Franzosen drohten nach Ryan Giggs Goldtor sogar abzutreten.

Entschuldigung von Van Bommel

Mit einem wuchtigen Schuss aus 18 Metern schaffte der Niederländer Van Bommel den Bayern in Madrid eine respektable Ausgangsposition für das Rückspiel am 7. März. Für seine unhöflichen Gesten beim überschwänglichen Torjubel in Richtung Real-Fans entschuldigte sich der ehemalige Barcelona-Spieler. "Ich will mich bei den Real-Fans entschuldigen. Ich habe nichts gegen sie, sondern nur etwas gegen einige ihrer Spieler", erklärte der 29-jährige Mittelfeldspieler. Real will gegen das Verhalten jedenfalls bei der UEFA protestieren und eine Bestrafung des 29-jährigen Niederländers beantragen.

"Es gibt verschiedene Arten von Niederlagen. Diese fühlt sich jedenfalls wie ein Sieg an", zeigte sich Tormann Oliver Kahn zufrieden. "Wir haben den ersten Schritt gemacht, nun müssen wir in München den Zweiten machen. Nach der Pause haben wir gut gespielt, da war es nur eine Frage der Zeit, bis wir das Anschlusstor erzielen ", meinte Bayern-Coach Ottmar Hitzfeld. Präsident Franz Beckenbauer vergas nicht auf die zahlreichen Fehler seiner Mannschaft zu verweisen. "So viele Fehler wie wir macht man normalerweise in drei bis vier Spielen", betonte der "Kaiser".

Capello: "Spreche nur über das Spiel"

Real-Trainer Fabio Capello wollte nach dem knappen Erfolg keine Stellungnahme bezüglich seiner Zukunftspläne abgeben. "Ich spreche nur über das Spiel. Sie haben uns in der zweiten Hälfte unter Druck gesetzt und drei frische Spieler gebracht. Aber es hatte mehr mit unserer Angst zu tun, als mit sonst etwas, dass noch ein Tor gefallen ist. Wir waren dann zu verkrampft", meinte der Italiener.

Lille zog sich abgesehen von Ausschreitungen auf den Tribünen im Heimspiel in Lens auch den Zorn von Achtelfinalgegner Manchester zu. "Ich habe so etwas noch nie zuvor gesehen. Die Spieler haben den Schiedsrichter (Eric Braamhaar) nach unserem Tor total eingeschüchtert. So etwas sollte im Fußball nicht passieren", stellte ManU-Coach Alex Ferguson klar.

Lille richtig sauer

Der Siegtreffer fiel in der 83. Minute aus einem Freistoß, den der Waliser Giggs regelkonform ins Netz geschupft hatte, während die Franzosen noch mit dem Einrichten der Mauer beschäftigt gewesen waren. "Es war ein Fehler des Tormanns, er hat zu lange gebraucht, die Mauer einzurichten. Das Tor war korrekt. In England sind in dieser Saison schon viele Tore dieser Art gefallen", betonte Ferguson.

Sein Gegenüber Claude Puel, dessen Elf kurz mit einem Abtritt spekuliert hatte, sah die Sache anders. "Der Pfiff des Schiedsrichters war nicht für jeden, vor allem nicht für unsere Spieler klar. Es ist hart, so zu verlieren".

Der Lille-Coach war auch mit einer zweiten "kritischen" Entscheidung des Referees nicht einverstanden. "Uns wurde ein Tor aberkannt, Manchester hat eines geschenkt bekommen", sagte Puel. Stürmer Odemwingie hatte kurz nach der Pause per Kopf das vermeintliche 1:0 erzielt, dabei allerdings Gegenspieler Vidic leicht weggestoßen.(APA)

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    Schiedsrichter Eric Braamhaar ist einen Kopf größer als die Meute von Lille.

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    Richtig unanständig: Mark van Bommel.

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