Auto-Haftpflicht: VKI ortet bis zu 100 Prozent Tarif-Unterschied

5. März 2007, 12:36
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"Konsument"-Test: Pro Jahr mehrere hundert Euro Differenz bei Prämie - Konsumentenschützer empfehlen regelmäßigen Tarif-Check

Wien - Die Auto-Haftpflichtversicherungen sind in Österreich für Neueinsteiger günstiger geworden, doch ist es für Konsumenten angesichts von bis zu 100 Prozent Prämiendifferenz zwischen niedrigstem und höchstem Angebot noch immer schwierig, sich im Tarif-Dschungel zurechtzufinden. Zu diesem Schluss kommt die Zeitschrift "Konsument" nach einer Analyse von Prämienangeboten, die anonym bei 20 Versicherungen eingeholt wurden. Zwischen günstigstem und teuerstem Angebot lagen jeweils mehrere hundert Euro Differenz.

Im Test hätten die Preisunterschiede zwischen niedrigster und höchster Prämie bis zu 100 Prozent betragen, berichtete am Mittwoch die Versicherungsexpertin des Vereins für Konsumenteninformation (VKI), Gabi Riener, in einem Pressegespräch. Ein jährlicher Prämien-Check zahle sich daher aus, vor allem für Neueinsteiger. Einmal pro Jahr, am besten rund zwei Monate vor Vertragsablauf, sollten Autofahrer die eigene Prämie auf den Prüfstand stellen.

"Insgesamt können heimische Autofahrer durch einen Vergleich pro Jahr mindestens 80 Millionen Euro an Kfz-Versicherungskosten einsparen", meinte VKI-Geschäftsführer Franz Floss.

Testmodell VW Golf und Renault

Als "Testmodell" dienten zwei in Österreich besonders beliebte Automarken: der VW Golf TDI und der Renault Grand Escape. Beim VW Golf mit 66 kW schwankte die Jahresprämie für die Einstiegs-Stufe 09 zwischen 556 und 956 Euro, beim Renault mit 125 kW lag die Bandbreite bei 654 bis 1.252 Euro. Das "Sparpotenzial" betrug also bis zu 400 bzw. 598 Euro pro Jahr. In der besten Bonus-Stufe 00 lag die Differenz beim VW noch immer bei 150 Euro (Bandbreite 172 bis 322 Euro), beim Renault bei 253 Euro (Bandbreite 232 bis 485 Euro).

Die Kfz-Haftpflichtversicherung ist jährlich kündbar. Bei einem Wechsel der Versicherung muss das Kündigungsschreiben einen Monat vor Ablauf des Vertrages beim Versicherer eingetroffen sein. Wer eine günstigere Prämie gefunden hat, sollte vor Kündigung aber unbedingt sicherstellen, dass der neue Anbieter einen wirklich versichert, warnt Riener: "Die Annahmebedingungen wurden in den letzten Jahren nämlich deutlich verschärft, vor allem für junge Fahrer." (APA)

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