Heineken steigert Gewinn um rund 13 Prozent

15. März 2007, 08:38
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70 Prozent des operativen Gewinns werden in Europa und den USA verdient

Amsterdam - Der niederländische Bierbrauer Heineken NV, dem die österreichische Brau-Union gehört, hat seinen Gewinn im vergangenen Jahr um knapp 13 Prozent gesteigert und damit die Erwartungen des Marktes erfüllt. Konzernchef Jean-Francois van Boxmeer bezeichnete das Fußball-Weltmeisterschaftsjahr 2006 als starkes Jahr und kündigte noch mehr Wachstum an. So will der weltweit viertgrößte Bierbrauer auch in diesem Jahr seinen Gewinn etwa im gleichen Umfang steigern.

Der Betriebsgewinn vor Sonderposten kletterte auf 1,6 Mrd. Euro, wie Heineken am Mittwoch mitteilte. Der Umsatz belief sich auf 11,8 Mrd. Euro. Dies traf die Erwartungen des Marktes ziemlich genau: Analysten hatten im Durchschnitt mit einem Betriebsgewinn von 1,6 Mrd. Euro und einem Umsatz von 11,9 Mrd. Euro gerechnet. Für das laufende Geschäftsjahr hat sich Heineken als Ziel gesetzt, den Nettogewinn um 10 bis 13 Prozent zu steigern.

70 Prozent auf etablierten Biermärkten

Heineken verdient etwa 70 Prozent seines operativen Gewinns auf den etablierten Biermärkten in den USA und Europa. Der Konzern versucht aber auch, mit neuen Produkten wie "Heineken Premium Light" sein Angebot breiter zu fächern und neue Kundenschichten zu erreichen. Außerdem expandiert Heineken in stark wachsenden Schwellenländern wie zum Beispiel Russland.

Die Heineken-Aktie hat sich in diesem Jahr an der Amsterdamer Börse bisher überdurchschnittlich gut entwickelt: Der Kurs legte seit Anfang Jänner um 8,2 Prozent zu, während der allgemeine Blue-Chip-Index in Amsterdam nur 2,8 Prozent gewann.

Osteuropa-Division auf Erfolgskurs

Die Osteuropa-Division von Heineken - also das Brauereigeschäft in Zentral- und Osteuropa unter Management der Brau Union mit Sitz in Wien - hat im Jahr 2006 saftige Betriebsgewinne eingefahren. Heineken-Finanzvorstand Rene Hooft-Graafland sprach am Mittwoch bei der Konzern-Bilanzpräsentation in Amsterdam von "Heineken-CEE" als einer wichtigen und stark wachsenden Region. Der Beriebsgewinn in dieser Region ist 2006 um annähernd 20 Prozent gestiegen.

Das Geschäft in Österreich, also der Brau Uion Österreich (Linz), sei sehr ordentlich verlaufen - auch als ein Effekt der neuen Preispolitik mit "Konzentration auf Premiummarken, niedrigere Rabatte, höhere Preise".

In der Region Zentral- und Osteuropa (zu der in der Heineken-Welt neben Österreich und den benachbarten Ländern im Osten auch große Bierländer wie Polen, Russland und Rumänien sowie organisatorisch Deutschland und Griechenland gehören und die von Wien aus gesteuert wird) betrug das Plus beim Bierausstoß 19 Prozent, um Zukäufe bereinigt (also organisch) lag das Absatzwachstum bei 8 Prozent. Beim Umsatz gab es einen Zuwachs von 20,1 Prozent auf 3,36 Mrd. Euro. Das EBIT (Betriebsergebnis) legte um 19,5 Prozent auf 364 Mio. Euro zu.

Die Brauereien in dieser Region kamen im abgelaufenen Geschäftsjahr auf einen Bierausstoß von zusammen 46,9 Millionen Hektoliter. Zu "Heineken CEE" gehören heute mehr als 50 Brauereien in insgesamt 13 Ländern.

Plus in Russland

In Russland, wo Heineken in den vergangenen Jahren zahlreiche Brauereien erworben hat, hat sich laut Graafland das Betriebsergebnis trotz hoher Integrationskosten und Marketingaufwendungen verbessert. Organisch gab es im Bierabsatz dort ein Plus von 10 Prozent. Rumänien wurde als erfolgreicher "Turnaround-Markt" hervorgehoben. Dort hat sich bei starker Verkaufsentwicklung das Betriebsergebnis verdreifacht. Über Polen wird ein Marktanteilszuwachs berichtet.

2006 hat die gesamte Heineken-Grupe ihren Bierabsatz um 11,2 Prozent auf 131,9 Mio. Hektoliter gesteigert. Der Umsatz ist um 9,6 Prozent auf 11,83 Mrd. Euro angewachsen. (APA/Reuters)

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