Böhler wieder auf Hochglanz aufpoliert

7. März 2007, 13:55
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2006 erneut Rekordbilanz - Aktie trotzdem unter Druck

Wien - Wiewohl mit einem Rekordauftragsstand ausgestattet verlautbarte der steirisch-schwedische Edelstahlkonzern Böhler-Uddeholm am Mittwoch nur einen verhalten-optimistischen Ausblick auf das Geschäftsjahr 2007.

Angesichts der Unsicherheitsfaktoren in Bezug auf Legierungspreise, Energie- und Personalkosten sowie den Kosten für neue Anlagen, will sich das Böhler-Management offenbar nicht zu weit aus dem Fenster lehnen. So deuten zumindest Experten den anlässlich der Vorlage des Rekordergebnisses für das Geschäftsjahr 2006 angekündigten leichten Umsatz- und Ergebnisrückgang .

Der Jänner gibt jedenfalls Grund zu Optimismus: Böhler-Sprecher Randolf Fochler sprach von einem "sehr starken Jänner in Bezug auf Umsatz und Auftragseingang", was mit einer weiterhin guten Nachfrage in allen Kernmärkten und in allen wesentlichen Abnehmerindustrien begründet sei. "Sollte sich das Jahr 2007 so entwickeln wie im Jänner, der sehr gut gelaufen ist und die Unsicherheitsfaktoren im Zaum gehalten werden können, dann werden wir das Rekordniveau von 2006 einstellen." Man könne von einem Monat aber nicht auf das ganze Jahr schließen, schränkte Fochler ein. Einen konkreteren Ausblick soll es bei der Bilanzpräsentation geben, die im März erwartet wird.

Obwohl Analysten von einer bekanntermaßen vorsichtigen Einschätzung des Unternehmens sprachen und die Böhler-Zahlen leicht über dem Konsensus lagen, haben die Anleger an der Wiener Börse enttäuscht reagiert. Die Aktie gab um 1,28 Prozent auf 58,02 Euro nach.

2006 hat Böhler nach vorläufigen Zahlen bei einem von 2,6 auf 3,1 Milliarden Euro gestiegenen Umsatz einen operativen Gewinn (Ebit) von 376,0 Millionen Euro erzielt (2006 waren es 314 Mio. Euro). Unter dem Strich bleiben 248,1 Millionen Euro (nach 208,1 im Jahr davor). Der Auftragseingang erhöhte sich von 2,1 auf 2,7 Milliarden Euro.

Böhler will für 2006 eine Dividende von 2,05 Euro je Aktie ausschütten - das entspricht laut aktuellem Kurs einer Dividendenrendite von 3,5 Prozent. (ung, Reuters, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 22.2.2007)

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