De Villepin möchte nicht mit Sarkozy regieren

12. März 2007, 18:19
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Premier will bei Präsidentschaftswahlsieg des UMP-Chefs nicht weiter machen - Auch nicht für Parlamentswahl kandidieren

Paris - Der französische Premierminister Dominique de Villepin (UMP) hat es ausgeschlossen, dass er im Falle eines Wahlsiegs des konservativen Präsidentschaftskandidaten, UMP-Chef und Innenminister Nicolas Sarkozy, in der nächsten Regierung bleiben werde. "In einer Regierung gewiss nicht", sagte Premier Villepin am Dienstag im Hörfunk RTL und fügte hinzu: "Ich glaube, dass man nicht nach hinten gehen soll, man muss im Leben ständig weiter gehen. Es gibt viele andere Arten, seinen Idealen und seiner politischen Familie zu dienen."

"Ich halte es nicht für wünschenswert, dass jene, die sich zu einem bestimmten Zeitpunkt engagiert haben, weiter machen", sagte de Villepion und betonte, dass man "neue Dinge erfinden", müsse. Als Vorbilder für ein Leben nach der Politik nannte er den ehemaligen US-Vizepräsidenten Al Gore und dessen Einsatz für den Umweltschutz sowie den Friedensnobelpreisträger 2006, Muhammad Yunus, den "Banker der Armen". Er wolle sich "in Dienst für den Frieden, die Gerechtigkeit, die Kultur einsetzen", meinte der Premier.

"Unterstütze politische Familie"

De Villepin betonte weiter, dass er für die Präsidentenwahl vom kommenden April und Mai keine persönliche Bevorzugung nennen wolle, bevor Präsident Jacques Chirac (UMP) angekündigt hat, ob er nochmals kandidiere oder nicht. Dies werde "in den nächsten Tagen oder Wochen" erfolgen, meinte der Regierungschef und enge Anhänger Chiracs. Zum Wahlkampf Sarkozys meinte de Villepin: "Ich unterstütze natürlich mit all meinen Kräften die Bemühungen meiner politischen Familie." De Villepin, der noch nie in seiner Karriere ein Wahlmandat bekleidet hat, schloss auch eine Kandidatur bei den Parlamentswahlen vom Juni aus.

De Villepin arbeitete in seiner ganzen Karriere als Berufsdiplomat, bevor ihn Chirac 2002 als Außenminister in seine Regierung holte. Die erste Amtsperiode der Präsidentschaft Chiracs seit 1995 hatte de Villepin an der Spitze des Präsidialamtes verbracht. Seit Juni 2005 ist der 55-Jährige Premierminister. 1997 veranlasste er Chirac zu vorgezogenen Parlamentswahlen, die die Konservativen dann verloren.(APA)

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    Dominique de Villepin

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