Hinspiele: Van Bommel sei Dank: Vorteil Bayern

8. März 2007, 00:18
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Niederländer traf kurz vor Schluss zum 2:3 bei Real Madrid und sorgt für gute Ausgangs­position - Eindhoven schlägt Arsenal

Wien - Real Madrid hat das Hinspiel des "Krisenduells" mit dem FC Bayern München im Achtelfinale der Fußball-Champions League am Dienstag knapp für sich entschieden. Die Madrilenen setzten sich vor 80.000 Zuschauern im Bernabeu-Stadion gegen den deutschen Meister mit 3:2 durch. David Beckham glänzte wie in alten Zeiten als Assistgeber, Raul stellte seine Torjägerqualitäten mit einem Doppelpack in der ersten Hälfte unter Beweis, doch mit einem Treffer in der 88. Minute sorgte Mark van Bommel kurz vor dem Abpfiff für eine ziemlich gute Ausgangsposition für die Münchner.

Die Zuschauer in Madrid kamen von Anfang an auf ihre Rechnung, es gab - auch bedingt durch mangelhafte Abwehrleistungen viele Chancen zu sehen. Und bald auch Tore: Nach Rauls Führungstreffer (10.) schlugen die Deutschen durch einen Kopfballtreffer des aufgerückten Innenverteidigers Lucio (24.) postwendend zurück. Weltmeister Cannavaro machte dabei keine gute Figur, ließ den Brasilianer, nach einer präzisen Freistoßflanke von Sagnol unbeschwert zum Kopfball kommen.

Danach hatte der im Sommer zu Los Angeles Galaxy wechselnde Beckham seinen großen Auftritt. Der Mittelfeldspieler, der zuletzt von Coach Fabio Capello ins Team zurückgeholt worden war, sorgte bei den Toren zwei und drei jeweils für den Assist. Zuerst bediente er Ivan Helguera per Freistoß ideal, dessen Kopfball von Raul gerade noch mit dem Kopf über die Linie gestreichelt worden (28.). Sechs Minuten später sorgte ein weiterer Freistoß des Engländers für Verwirrung in der Bayern-Abwehr, von der Ruud van Nistelrooy profitierte.

Münchens Coach Ottmar Hitzfeld reagierte nach der Pause und brachte mit Salihamidzic (für Demichelis) und später auch Pizarro und Scholl für die farblos gebliebenen Podolski und Schweinsteiger frische Kräfte. Die Bayern drängten in der Folge auf den Anschlusstreffer und wurden zwei Minuten vor Schluss durch einen Weitschuss von Marc van Bommel noch mit dem wichtigen Treffer zum 2:3 belohnt.

"Wir haben den ersten Schritt getan. Den zweiten können wir noch zu Hause machen. Ich habe der Mannschaft in der Halbzeit gesagt, dass es noch keinen Grund gibt, den Kopf hängen zu lassen", sagte Hitzfeld. Kollege Fabio Capello meinte: "Wenn wir gewinnen, sind wir immer zufrieden. Natürlich hat es mir missfallen, dass wir kurz vor Schluss das 3:2 bekommen haben."

Cleverer Giggs

In Lens musste die Polizei im Sektor der Fans von Manchester United Tränengas einsetzen. Ein Fan hatte im Stadion Felix-Bollaert ein Gitter überklettert und sich Goalie Edwin van der Saar angenähert, andere wollten seinem Beispiel folgen. Die Partie konnte aber ohne Unterbrechung fortgesetzt werden. Der Tabellenführer der Premier League gewann am Ende verdient durch ein kurioses Freistoßtor von Ryan Giggs mit 1:0. Der Waliser schupfte den Ball ins Netz, während die Franzosen noch dabei waren, ihre Mauer einzurichten. Lille fühlte sich vom Referee, der zuvor einen Treffer der Gastgeber wegen eines ihm voraussgehenden Fouls nicht anerkannt hatte, derart übervorteilt, dass sogar ein Abtritt der Mannschaft im Raum stand.

Celtic kann nicht vorlegen

Beim Duell von Celtic Glasgow gegen den AC Milan bestritt Paolo Maldini sein 100. Champions League Spiel. Der 38-jährige Kapitän der Italiener ist erst der fünfte Spieler im Hunderterklub nach Raul (107), Roberto Carlos (106), Beckham (103) und Oliver Kahn (101). Auf dem Spielfeld gab es wenig glorreiche Szenen. Die Mailänder, die ohne den für die CL nicht spielberechtigten Ronaldo auskommen müssen, kamen in einer durchschnittlichen Partie ohne Probleme zu einem torloses Remis - im Celtic-Park nichts, wofür man sich schämen müsste. Für die auswärtsschwachen Schotten wird es hingegen nun schwer, sie haben in der Champions League auswärts noch nie gewinnen können.

Erster Chinese in der CL

Der PSV Eindhoven, der in der 66. Minute mit der Einwechslung des ersten chinesischen Spielers, Sun Xiang, für ein Novum in der Champions league sorgte, hatte den 1:0-Erfolg gegen den höher eingeschätzten FC Arsenal Edison Mendez zu verdanken. Der Offensivspieler überraschte Deutschlands Nationalkeeper Jens Lehmann mit einem scharfen Weitschuss aus 25 Metern (61.). Davor war der Ball über zwölf Stationen durch die Reihen der Niederländer gewandert. Die erste Arsenal-Niederlage 2007 war perfekt, auch weil wieder einmal bei wunderbar anzuschauendem Spiel auf den Endzweck vergessen wurde. (APA/red)

ERGEBNISSE der Achtelfinal-Hinspiele der Fußball-Champions League vom Diesntag:

  • PSV Eindhoven - Arsenal London 1:0 (0:0) Eindhoven, 41.00. Tor: Mendez (61.)

  • Celtic Glasgow - AC Milan 0:0 Glasgow, 58.785.

  • OSC Lille - Manchester United 0:1 (0:0) Lens, 35.200. Tor: Giggs (83.)

  • Real Madrid - Bayern München 3:2 (3:1) Madrid, 80.000. Tore: Raul (10.,28.), Van Nisetlrooy (34.) bzw. Lucio (24.), Van Bommel (88.)

    Rückspiele am 7. März.

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      Das könnte wertvoll gewesen sein. Mark van Bommels Tor veränderte Bayerns Aussichten vor dem Rückspiel mir nichts dir nichts von stark bewölkt zu heiter.

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      Ryan Giggs wartet nicht bis Lilles Mauer steht - der Waliser trifft erstmals seit 2003 wieder in einer CL-Auswärtspartie.

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      Da kommt Lehmann nicht mehr ran, Arsenal muss sich in Eindhoven geschlagen geben.

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      Verkehrte Welt im Celtic Park: Nakamura will Gennaro Gattuso den Ball abjagen.

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