Capitals vs Liga: harte Bandagen

2. März 2007, 13:58
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Im Streit um die Legionärsfrage wird der Ton schärfer. Liga-Boss droht Wienern mit Ausschluss, die halten den Kärntner für rücktrittsreif

Wien - Die Vienna Capitals gehen in der Frage der Legionärsbeschränkung auf sieben Transferkartenspieler auf Konfrontationskurs zur Erste Bank Eishockey Liga (EBEL) mit ihrem Präsidenten Karl Nedwed. Wie Capitals-Vizepräsident Martin Platzer am Dienstag ankündigte, werden sich die Wiener in Zukunft nur noch an geltendem EU-Recht, und nicht mehr an das diesem widersprechenden Gentlemen-Agreements orientieren.

Grund: Die "horrenden Preise und Gehälter", die derzeit für österreichische Spieler gezahlt werden müssen. "Österreichische Profis verdienen in unserer Liga weit mehr, als sie in ausländischen Ligen wie etwa in Deutschland verdienen würden", erklärte Platzer, der auch gleich Liga-Boss Nedwed zum Rücktritt aufforderte.

Der Kärntner hatte den Wienern im Zusammenhang mit dem Legionärsstreit den Ausschluss aus der Liga angedroht. Laibach könnte den Platz der Capitals einnehmen. "Er hat als Vorstand der Kärntner Sparkassen in Slowenien Interessen", folgert Platzer. "Er muss sich entscheiden, ob er eine österreichische Liga mit Wien oder eine slowenische Liga will." Die Kosten für heimische Profis seien in der jüngsten Vergangenheit um 10 bis 15 Prozent pro Jahr gestiegen.

Die Klubs würden laut Platzer gegeneinander ausgespielt. "Thomas Cijan hat als Manager 80 Prozent der Österreicher unter Vertrag. Natürlich kann er da die Preise steuern, was man ihm als Manager der Spieler ja nicht vorwerfen kann", meinte Platzer und ist sich sicher: "In einem Jahr werden sich die anderen Klubs bei uns bedanken, dass wir das durchgezogen haben."

Zur Zeit ist davon freilich recht wenig davon zu bemerken, was Platzer mit folgendem Argument begründete: "Alle jammern, weil sie glauben, dass wir jetzt 15 Top-Legionäre kaufen, was aber nicht der Fall sein wird. Wir werden uns mit unserem neuen Trainer Kevin Gaudet auch nach leistbaren Spielern auf dem heimischen Markt umsehen, aber sicher keine horrenden Preise mehr zahlen." (APA)

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