Slowenischer Steyr-Panzer-Partner Sistemska wird "zivil"

22. März 2007, 15:25
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Für Umstrukturierung 7,5 Mio. Euro Investitionen und Stellenabbau geplant - Kein vollständiger Rückzug aus Rüstungsproduktion

Laibach - Das slowenische Unternehmen Sistemska tehnika, an dem die österreichische Steyr Daimler Puch Spezialfahrzeuge (SSF) 17,5 Prozent der Anteile hält, will nach einer deutlichen Kürzung der Rüstungsproduktion ein bedeutender europäischer Hersteller von Metallprodukten werden. Das Unternehmen plant, bis 2010 seine bisherige Produktion im Zivilbereich zu verdoppeln, wozu Investitionen von 7,5 Mio. Euro in den nächsten drei Jahren sowie der Abbau von Stellen benötigt werden.

Der neue Chef von Sistemska tehnika, Milan Svajger, kündigte am Dienstag den abbau von einen Fünftel der 325 Arbeitsstellen an. Bis zum Ende des Jahres werden 50 bis 60 Arbeiter betroffen sein, berichtete die slowenische Nachrichtenagentur STA. Ein Viertel der Arbeiter wird frühzeitig in die Rente gehen, für ein Viertel soll sich Arbeit in einem Schwesterunternehmen finden. Für den Rest wird noch nach einer Lösung gesucht.

Der Kurswechsel für Sistemska tehnika kommt, nachdem man im Vorjahr bei der Ausschreibung um einen Großauftrag der slowenischen Armee den kürzeren gezogen hatte. Gewonnen hat dabei der finnische Konkurrent Patria. Mitte Dezember erhielt Patria von Slowenien den Auftrag zur Lieferung von 135 Radpanzern im Gesamtwert von 278 Mio. Euro.

Rückzug aus Rüstungsproduktion

Das Unternehmen kündigte daraufhin an, sich aus der Rüstungsproduktion zurückziehen zu wollen. Doch offensichtlich will man nun auf diese Produktion nicht vollständig verzichten. In der ersten Jahreshälfte soll nämlich Sistemska tehnika in zwei Unternehmen geteilt werden. Das eine wird für Produkte im Zivilbereich produzieren, das andere für das Militär.

Vor einen Monat hieß es aus Viator&Vektor, dem größten Eigentümer von Sistemska tehnika, dass trotz des Rückzuges aus der Rüstungsproduktion der österreichische Partner im Unternehmen bleiben wird. Eine Sprecherin von Viator&Vektor bestätigte dies erneut am Dienstag zur APA.

Laut Svajger habe sich die Firma bereits vor dem Auftragsverlust der Zivilproduktion zugewendet und exportiert die Metallprodukte nach Deutschland, Italien, Frankreich, Südafrika und Mexiko. Svajger übernahm das Steuer am 15. Februar, nachdem der frühere Direktor Joze Studencnik aus gesundheitlichen zurückgetreten ist. In den Medien würde allerdings spekuliert, dass sein Rücktritt Folge des Auftragsverlusts gewesen sei. (APA)

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