Moser Holding will Mehrheit an "OÖ. Rundschau" übernehmen

19. März 2007, 15:12
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Erwerb von 51 Prozent bis 2009 bei der Bundeswettbewerbs- behörde angemeldet - Moser-Vorstand Petz spricht von "Option"

Die Tiroler Moser Holding ("Tiroler Tageszeitung", "Die Neue") könnte auf dem oberösterreichischen Zeitungsmarkt künftig eine noch stärkere Rolle spielen als bisher angenommen. Das Tiroler Medienhaus überlegt nach Informationen der APA bis 2009 die Übernahme der Mehrheit an der "Oberösterreichischen Rundschau". Erst im Dezember war bekannt geworden, dass die Moser Holding bis 2008 mit 25,1 Prozent eine Sperrminorität an der "Rundschau" übernehmen soll, nun wurde bei der Bundeswettbewerbsbehörde eine Ausweitung des Zusammenschlusses angemeldet.

Erwerb von 51 Prozent bis 2009

Demnach beabsichtigt die Moser Holding in zwei Schritten bis zum Geschäftsjahr 2009 51 Prozent der Geschäftsanteile der "Oberösterreichischen Rundschau" von der Lancelot Media Holding zu erwerben. Hinter Lancelot steht Franz Xaver Hirtreiter, der erst Anfang 2006 57 Prozent der oberösterreichischen Wochenzeitung von der Verlagsgruppe Passau erworben hat. Die entsprechende Zusammenschlussanmeldung wurde inzwischen von der Bundeswettbewerbsbehörde auf ihrer Homepage (http://www.bwb.gv.at) bekannt gemacht. Unternehmen, deren rechtliche oder wirtschaftliche Interessen durch den Zusammenschluss berührt werden, können nun innerhalb von 14 Tagen eine schriftliche Stellungnahme bei der Behörde abgeben.

Eine Option

Moser Holding-Vorstandsvorsitzender Hermann Petz gab sich am Dienstag auf Anfrage der APA zu dem Thema zurückhaltend. "Wir haben den maximalen Ausbau unserer Beteiligung angemeldet. Es handelt sich um eine Option." Ob diese Option schließlich auch gezogen werde, sei aber noch nicht entschieden, sagte Petz.

Die "Oberösterreichische Rundschau" erscheint seit etwa 23 Jahren als Wochenzeitung. Laut jüngster Auflagenkontrolle verkauft die Zeitung mit ihren 13 Regionalausgaben über 106.000 Exemplare wöchentlich. Neben Hirtreiters Lancelot Media Holding ist die Raiffeisenlandesbank Oberösterreich mit 40 Prozent an der Wochenzeitung beteiligt. Die Oberösterreichische Rundschau AG hält Beteiligungen an Life Radio Oberösterreich und der Zustellorganisation redmail Oberösterreich.

Wimmer Medien Gruppe Platzhirsch in OÖ

Platzhirsch auf dem oberösterreichischen Medienmarkt ist die Wimmer Medien Gruppe ("Oberösterreichische Nachrichten") von Rudolf Andreas Cuturi. Mit der Wimmer Gruppe kooperieren die Tiroler Verleger bereits am Gratiszeitungsmarkt. Vor dem Einstieg der Moser Holding bei der "Rundschau" hatte sich übrigens auch die Styria Medien AG für den oberösterreichischen Wochenzeitungsverlag interessiert gezeigt. Zuletzt kursierten in der Medienbranche Spekulationen darüber, dass die "Oberösterreichische Rundschau" nach dem Einstieg des Tiroler Medienhauses mittelfristig zu einer Tageszeitung umfunktioniert werden könnte. Petz kommentierte solche Gerüchte bisher nicht und sprach lediglich vom weiteren Ausbau der auflagenstarken Zeitung in Oberösterreich. "Rundschau"-Geschäftsführer Wolfgang Mayer erklärte, dass man zwischen Tirol und Oberösterreich über "Synergien in allen Bereichen" nachdenke. (APA)

  • Moser Holding-Vorstand Hermann Petz könnte bis 2009 die Mehrheit an der "OÖ Rundschau" übernehmen
    foto: moser holding

    Moser Holding-Vorstand Hermann Petz könnte bis 2009 die Mehrheit an der "OÖ Rundschau" übernehmen

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