Schärfere Varianten zur Mitversicherung von der FPÖ

20. Juli 2000, 19:28

Rauch-Kallat lehnt Bartensteins Vorschläge ab

Wien - Wirtschafts- und Arbeitsminister Martin Bartenstein (V) stößt mit seinem Vorschlag die Mitversicherung für jene Frauen zu streichen, die keine Kinder oder pflegebedürftige Angehörige betreuen, zunehmend in den eigenen Reihen auf Ablehnung. So erklärt etwa ÖVP-Generalsekretärin Maria Rauch-Kallat in den "Salzburger Nachrichten" (Freitag-Ausgabe): "Sein Vorschlag ist innerparteilich nicht diskutiert und akkordiert". Von freiheitlicher Seite kommen dagegen sogar noch schärfere Varianten des Bartenstein-Vorschlages.

Sozialsprecher Herbert Haupt (F) etwa sagte, die kostenlose Mitversicherung solle nur bis zum dritten Lebensjahr eines Kindes gewährt werden. Im "Kurier" (Freitag-Ausgabe) räumt Haupt aber ein: "Er hat sich damit zu früh hervorgewagt." Die oberösterreichische Landesrätin und Schwester Jörg Haiders, Ursula Haubner schlug vor, die Mitversicherung des betreuenden Elternteils nur bis zum Schuleintritt des Kindes zu ermöglichen.

Rauch-Kallat: "Zynische" Vorschläge

Rauch-Kallat hält diese Vorschläge für "zynisch". Und sagt: "Die kostenlose Mitversicherung von Ehepartnern ist eine sozialpolitische Leistung, auf die Österreich zu Recht stolz ist. Sie muss für Kinder ebenso erhalten bleiben wie für Mütter oder Väter, die Betreuungspflichten erfüllen."

Und auch ÖAAB-Chef und Zweiter Nationalratspräsident Werner Fasslabend (V) findet in verschiedenen Zeitungen nachdenkliche Worte. "Eine isolierte Diskussion bringt mehr Fragen und Probleme als Antworten." Es sei falsch, mit einer Einzelforderung vorzupreschen: "Das verunsichert nur", sagt er etwa im "Kurier". In der "Presse" heißt es: "Ich halte diesen Vorstoß für nicht geglückt. Es ist nicht gut, Frauen, die keine Kinder haben, das Gefühl zu geben, Außenseiter zu sein." (APA)

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    foto: standard/cremer
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