Neuer Außenminister: Keine Verhandlungen mit Guerilla

5. März 2007, 15:11
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Fernando Araujo zum Nachfolger der wegen Kontakten zu Paramilitärs zurückgetretenen Maria Consuelo Araujo ernannt

Bogota - Nach seiner Berufung zum Außenminister wenige Wochen nach seiner Befreiung aus der Hand von Rebellen (derStandard.at berichtete)hat sich Fernando Araujo für die Anwendung von Gewalt zur Befreiung anderer Geiseln ausgesprochen. Der kolumbianische Staat könne auf dieses Mittel nicht verzichten, sagte die Ex-Geisel dem Fernsehsender CMI. Staatspräsident Alvaro Uribe ist ein entschiedener Gegner von Zugeständnissen an die linke FARC-Guerilla. Verhandlungen über den Austausch von Gefangenen und Geiseln lehnt er ab.

Nicht mit Vorgängerin verwandt

Gut sieben Wochen nach seiner Flucht aus der Gewalt von FARC-Rebellen wurde der Politiker Fernando Araujo zum neuen Außenminister ernannt. Wie das Büro von Präsident Uribe am Montag (Ortszeit) in Bogotá mitteilte, ersetzt Araujo die bisherige Amtsinhaberin Maria Consuelo Araujo, die zuvor wegen mutmaßlicher Verbindungen ihrer Familie zu rechten Paramilitärs zurückgetreten war. Trotz des gleichen Familiennamens sind die beiden Politiker nicht miteinander verwandt.

Sechs Jahre Gefangenschaft

Der neue kolumbianische Chefdiplomat war Minister für wirtschaftliche Entwicklung im Kabinett von Präsident Andres Pastrana (1998-2002). Er wurde am 4. Dezember 2000 an einem Strand von Cartagena von Kämpfern der linksgerichteten Rebellenorganisation FARC entführt. Nach sechsjähriger Gefangenschaft konnte er am 31. Dezember 2006 aus eigener Kraft flüchten. Er gehörte zu einer Gruppe von mehr als 50 Gefangenen, welche die FARC gegen 500 inhaftierte Rebellen eintauschen will. (APA)

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    Fernando Araujo wurde am 2000 von der linksgerichteten Rebellenorganisation FARC entführt und konnte sechsjähriger Gefangenschaft flüchten.

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