UNHCR baut Hilfe für kolumbianische Vertriebene aus

5. März 2007, 15:11
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Über drei Millionen Flüchtlinge im eigenen Land - Finanzierungsaufruf an Staaten

Genf/Wien - Regierungen rund um den Globus bekommen dieser Tage Post vom UNO-Flüchtlingshochkommissariat (UNHCR): Einen Aufruf, das UNHCR-Hilfsprogramm für Hunderttausende Binnenvertriebene in Kolumbien zu unterstützen. Für mehrere Dutzend Projekte und Initiativen von Schulen über Menschenrechtskurse bis hin zu Mikrokrediten werden im laufenden Jahr 14,4 Millionen US-Dollar (10,97 Mio. Euro) benötigt.

Vor allem Indigene und Kinder bräuchten diese Unterstützung dringend, erinnerte Philippe Lavanchy, der Direktor für die Amerikas in der UNHCR-Weltzentrale in Genf, in einer Aussendung am Dienstag: "In Kolumbien stehen Menschenrechtsverletzungen, darunter das Verschwindenlassen von Menschen oder deren Hinrichtung, auf der Tagesordnung. In vielen Landesteilen rekrutieren irreguläre bewaffnete Gruppen sogar Kinder - oft zwangsweise." Über eine Million Kinder gingen nicht in die Schule, mehr als drei Viertel der Schüler könnten sie - oft aus finanziellen Gründen - nicht beenden.

Über drei Millionen Kolumbianer betroffen

Allein im Vorjahr wurden laut Lavanchy 170.000 Männer, Frauen und Kinder vertrieben, heuer werden es seiner Schätzung nach noch mehr werden: "Es ist wahrscheinlich, dass die Zahl der Entwurzelten weiter steigt. Über drei Millionen Kolumbianer sind vor Verfolgung, Gewalt oder schweren Menschenrechtsverletzungen in andere Landesteile geflohen, Hunderttausende ins Ausland. 40.000 Menschen fanden den Tod, fast durchwegs Zivilisten."

2007 baut das UNHCR seine Hilfe in Kolumbien massiv aus. Wie aus dem Finanzierungsaufruf an die Staaten hervorgeht, sollen fast 100.000 zusätzliche Binnenvertriebene direkt Unterstützung bekommen, insgesamt 350.000. Die Hilfsprojekte zielen auf die Einhaltung der Menschenrechte, Bewusstseinsbildung zu sexueller und geschlechtsspezifischer Gewalt sowie auf psychologische Hilfe für Opfer des Konfliktes. Der Wiederaufbau von Schulen ist ebenso geplant wie Jobtraining für Frauen, Mikrokredite und Rechtsberatungsstellen sowie Unterstützung bei der Restitution von Grund und Boden. (APA)

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