Clariant-Gewinn bricht ein

7. März 2007, 14:23
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Gewinn ging 2006 um 50 Prozent zurück - Umsatz erhöhte sich um fünf Prozent

Zürich - Der Schweizer Spezialchemiekonzern Clariant hat 2006 wegen einer Wertberichtigung im Ledergeschäft weniger verdient. So gab der Reingewinn im fortgeführten Geschäft im Vergleich zum Vorjahr um 50 Prozent auf 131 Mio. sfr (80,8 Mio. Euro) nach, teilte Clariant am Dienstag mit.

Der Rückgang gehe in erster Linie auf eine bereits im dritten Quartal angekündigte Abschreibung von rund 100 Mio. sfr zurück.

Der Umsatz habe sich 2006 um fünf Prozent auf 8,1 Mrd. sfr verbessert. "Wir haben 2006 bei stabilen Preisen ein robustes Umsatzwachstum erzielt. Die Profitabilität ist gestiegen, aber wir sehen noch erheblichen Raum für Verbesserungen", sagte der vor einem Jahr angetretene Clariant-Chef Jan Secher.

Der Betriebsgewinn (Ebit) vor Einmaleffekten habe um elf Prozent auf 592 Mio. sfr zugelegt. Die entsprechende Marge stieg auf 7,3 von 6,9 Prozent.

Clariant stellt eine breite Palette von Farb-, Waschmittel- oder Kunststoffzusätzen her.

Clariant wolle wie im Vorjahr 0,25 sfr je Aktie per Nennwertrückzahlung an die Aktionäre ausschütten.

Für 2007 erwartet das Unternehmen nach eigenen Angaben eine Verbesserung des Umsatzes in Lokalwährungen sowie des Reingewinns. Die Margen dürften stabil ausfallen und die Rohstoff- und Energiekosten anhaltend hoch ausfallen.

Sanierungsprozess

Clariant hatte im vergangenen Jahr wegen des ins Stocken geratenen Sanierungsprozesses das Unternehmen komplett durchleuchtet und Ziele aufgestellt, die bis 2009 erreicht werden sollten. Unter anderem wurde angepeilt, von der Wertschöpfung her bis dann zu den besten 25 Prozent der Branche zu zählen und im Durchschnitt der Jahre 2007 bis 2009 ein jahrliches Umsatzplus von mehr als drei Prozent zu erreichen. Andererseits sollten 2200 der Ende des Jahres rund 21.800 Stellen wegfallen. "Wir sind unseren mittelfristigen Zielen voll verpflichtet, mit einem klaren Fokus auf der Verbesserung des Cash-Flow", sagte Secher weiter. Ein Clariant-Sprecher führte aus, dass die Entscheidung über die Fabrikschließungen noch in der ersten Hälfte dieses Jahres fallen sollte. Mit rund 5.150 Angestellten ist Deutschland einer der größten Produktionsstandorts des Basler Chemiekonzerns.

Die Clariant-Aktie hatte seit Jahresbeginn um 15 Prozent zugelegt.

Analysten hatten im Durchschnitt bei 8.093 Mio. sfr Umsatz mit 166 Mio. sfr Reingewinn gerechnet. Das Ebit war auf 577 Mio. sfr geschätzt worden. (APA/Reuters)

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