Leukämiekranker Iraner: Schwester in Salzburg eingetroffen

2. März 2007, 11:38
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Transplantation muss in den nächsten zwei bis drei Wochen erfolgen

Salzburg - Die Schwester jenes 30-jährigen Iraners, der derzeit wegen akuter lymphatischer Leukämie im Salzburger Landeskrankenhaus behandelt wird, ist am Dienstag in der Mozartstadt eingetroffen. Der Frau, die ihrem Bruder Knochenmark spenden soll, war erst nach Intervention durch die Ärzte und öffentlicher Aufregung ein Visum für die Einreise erteilt worden. Die Transplantation müsse in den nächsten zwei bis drei Wochen erfolgen, sagte der behandelnde Onkologe Richard Greil am Montag bei einem Pressegespräch.

Als sie ihren Bruder vor einigen Monaten im Iran bei seiner Abreise nach Österreich am Flughafen gesehen habe, sei er kerngesund gewesen, sagte Yas Madani. Sie könne noch immer nicht fassen, dass er jetzt so schwer krank sei. Als sie erfahren habe, dass sie für eine Knochenmarkspende in Frage komme, sei für sie sofort klar gewesen, dass sie das auch mache, erklärte Madani. Dass es anfangs Probleme mit dem Visum gegeben habe, sei für die ganze Familie sehr schwer gewesen und habe viele Nerven gekostet, berichtete die Frau.

Vorbereitung auf Transplantation

Dem Patienten gehe es deutlich besser, die akute Leukämie sei gut unter Kontrolle, sagte Greil. In den nächsten zwei bis drei Wochen werde der Iraner weiter untersucht und auf die bevorstehende Transplantation von Knochenmark vorbereitet.

Auch die Schwester des Patienten werde in den kommenden Tagen untersucht und ihr Knochenmark erneut typisiert. Danach erhalte sie ein Medikament, das die Blutbildung anrege. Wenn genügend Blut bildende Stammzellen vorhanden seien, werde eine Kanüle in die Vene gelegt und Blut entnommen.

Für die Spenderin sei der Eingriff nicht sehr belastend, erläuterte Greil. Aus medizinischer Sicht müsse sie zwei bis drei Wochen in Österreich bleiben, meinte der Mediziner. Er hoffe, dass in den nächsten Tagen die Bestätigung des Innenministeriums eintreffe, dass für den Patienten Versicherungsschutz bestehe.

Für Hilfe bedankt

Es sei für sie selbstverständlich, ihrem Bruder Knochenmark zu spenden, sagte die Frau. Sie ist eine von vier Schwestern des 30-jährigen Iraners. Man habe die schwere Erkrankung des einzigen Sohnes bisher vor der Mutter geheim gehalten, berichtete Madami. Sie wolle in Österreich bleiben, bis sie das Gefühl habe, dass ihr Bruder wieder ganz gesund werde, meinte die Iranerin, die sich bei den Ärzten und Pflegern sowie bei amnesty international für die Hilfe bedankte. (APA)

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    Yas Madani (re.) trifft am Montag im Salzburger Landeskrankenhaus auf ihren 30-Jaehrigen leukaemiekranken Bruder.

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