Mit Vollkraft der Sonne entgegen

19. Februar 2007, 21:30
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Die Sonne spendet Wärme und Strom, ohne die Umwelt zu verschmutzen - Genutzt wird jedoch nur ein Bruchteil

Ob Energie denn nachwächst, fragten die Ö1-Reporter der Kinderuni Graz den Energieexperten Ludwig Pisternik von der Technischen Universität Graz. Unerschöpflich sind nur erneuerbare Energien wie Wind-, Wasser-, und Bioenergie, lautete die Antwort. Und natürlich die Sonne, die immer Energie spenden wird - zumindest die nächsten fünf Milliarden Jahre. So lange wird jedenfalls die restliche Brenndauer der Sonne geschätzt.

15 Minuten brauchen die Sonnenstrahlen für die 143 Millionen Kilometer Entfernung bis zur Erde und liefern damit mehr Energie, als man verbrauchen kann. Mit den in einem Jahr auf die Erde geworfenen Sonnenstrahlen könnte man den weltweiten Energiebedarf 10.000 Mal decken - und das, ohne die Umwelt zu verschmutzen.

Drei Arten der Umwandlung

Sonnenlicht lässt sich im wesentlichen auf drei Arten in Energie umwandeln: Durch die so genannte passive Nutzung, durch thermische Solaranlagen und durch Fotovoltaik.

Am einfachsten ist die passive Nutzung: Die Sonne wärmt und trocknet gratis zum Beispiel die Wäsche. Das wussten schon die Römer und Griechen, die ihre Häuser nach der Sonne ausrichteten. Passivhäuser, die praktisch ohne herkömmliche Heizung auskommen, sind auch in Österreich immer häufiger.

Die meist verbreitete Nutzung der Sonnenenergie ist das Einfangen der thermischen Energie mit Sonnenkollektoren. Dabei erwärmen die Sonnenstrahlen Wasser, das durch die dunklen Schläuche des Sonnenkollektors fließt und erzeugen so Warmwasser. Die Wärme kann auch in elektrische Energie umgewandelt werden.

Elektronenbewegung

Mit Fotovoltaikzellen lässt sich Sonnenlicht direkt in Strom umwandeln. Wenn Licht auf Solarzellen trifft, kommen die Elektronen in Bewegung - und der Strom fließt oder wird in Batterien gespeichert. Solarzellen können praktisch überall angebracht werden: Auf Dächern, Autos, Booten, Raumschiffen oder Parkscheinautomaten.

Sonnenlicht wird immer mehr als Energiespender genutzt, doch die Möglichkeiten sind noch lange nicht ausgeschöpft: Wenn nur 0,3 Prozent der Wüstengebiete in Afrika mit Solarkollektoren ausgelegt würden, könnte man genügend Strom und Trinkwasser für ganz Afrika und Europa erzeugen. (kri/DER STANDARD-Printausgabe, 20.02.2007)

Thema der nächsten Ö1-Kinderuni:
"Wie lebte man im alten China?",
Sonntag, 17.10 Uhr, auf Ö1 (http://oe1.orf.at) und am Dienstag im Standard.

Link:

Kinderuni Graz

  • Sonnengespeiste Flitzer bei einer Solar- Rallye: In Zukunft wird die Sonne immer mehr Dinge antreiben.
    foto: corn

    Sonnengespeiste Flitzer bei einer Solar- Rallye: In Zukunft wird die Sonne immer mehr Dinge antreiben.

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