Erschossener Brasilianer: Einsatzleiterin befördert

8. März 2007, 13:38
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Cressida Dick künftig für Sicherheit der Königlichen Familie zuständig

London - Trotz der Todesschüsse auf einen unschuldigen Brasilianer im Sommer 2005 in London ist die Leiterin des fehlgeschlagenen Antiterroreinsatzes auf eine hochrangige Stelle befördert worden. Cressida Dick sei künftig für die Sicherheit der Königlichen Familie sowie weitere hochrangige Personen zuständig, teilte die Londoner Polizei MPA am Montag mit. Die Behörde räumte zwar "beispiellose Umstände" im Zusammenhang mit der Beförderung ein. Diese sei jedoch die richtige Entscheidung, denn so werde klar gestellt, dass die Beamtin das volle Vertrauen der Behörde habe.

Britische Polizisten hatten den Brasilianer Jean Charles de Menezes im Juli 2005 in einer Londoner U-Bahn durch sieben Kopfschüsse getötet, weil sie ihn irrtümlicherweise für einen Selbstmordattentäter hielten. Der Vorfall ereignete sich zwei Wochen nach den Selbstmordanschlägen in London, bei denen 52 Menschen ums Leben kamen.

Familie erschüttert

Obwohl Medienberichten zufolge eine unabhängige Kommission der Polizei eine strafrechtliche Verfolgung Dicks empfahl, entschied sich die Staatsanwaltschaft dagegen, einzelne Personen zur Rechenschaft zu ziehen. Wegen des Vorfalls soll aber gemäß den Gesundheits- und Sicherheitsgesetzen gegen die Londoner Polizei als Ganzes ermittelt werden.

Die Familie von Menezes zeigte sich erschüttert über die Beförderung. "Ich verstehe nicht wie Menschen, die unschuldige Zivilisten ermorden einfach weiter arbeiten dürfen, als sei nichts passiert. Sie zu befördern ist eine Schande", sagte eine Cousine des Getöteten. (APA/Reuters)

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