Kartenmarkt wird neu gemischt

7. März 2007, 14:25
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EU verlangt mehr Konkurrenz – Europay Austria will Visa-Lizenz

Wien – Weil die EU-Kommission mehr Wettbewerb im Kredit- und Bankomat-Kartengeschäft haben will, muss auch Europay Austria (MasterCard/Maestro-Bankomatkarte) handeln. Ab sofort müssen etwa die Bearbeitungsgebühren für Kreditkarten bei Inlandstransaktionen schrittweise sinken. Gleichzeitig bewirbt sich Europay Austria (sie gehört den heimischen Banken) um eine Visa-Lizenz, sagte Europay-Geschäftsführer Peter Neubauer.

So wird der MasterCard-Satz der Kartengesellschaft und Bankomatbetreiberin von 1,75 Prozent ab 1. April auf 1,5 Prozent, 2008 auf 1,25 Prozent und 2009 auf ein Prozent gesenkt. "Das Spiel im europäischen Kartenmarkt beginnt sich wirklich neu zu mischen", betonte Neubauer. "In Konkurrenz zu Visa Austria bieten wir künftig auch Visa-Karten an", so der Plastikkarten-Chef Ewald Judt. Die Vorlaufzeit beträgt ein Jahr, weil die heutigen Systeme noch nicht Visa-fähig seien. Parallel dazu muss die technische Barriere an den österreichischen Bankomatkassen für ausländische Anbieter bis spätestens Ende 2010 fallen. Denn laut EU soll das heimische Zahlungsabwicklungssystem auch den Konkurrenten offenstehen.

Die Europay-Manager erwarten, dass es binnen weniger Jahre deutlich mehr Kreditkarten-Anbieter geben wird. Denkbar sei etwa, dass Möbelhäuser, Radiosender oder Vereine Maestro-Karten mit Mitgliedskarten gekoppelt ausgeben. "Sie müssen nur schauen, dass sie die Karten unter die Leute bringen", so Judt. Mit zahlreichen Angeboten für Gratis-Kreditkarten sei zu rechnen. Nach rund 460 Mio. Zahlungstransaktionen im Vorjahr rechnet das Unternehmen weiter mit zweistelligen Zuwachsraten. (cr, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 20.2.2007)

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