Außenministerin wegen Paramilitär-Affäre zurückgetreten

5. März 2007, 15:11
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Maria Consuelo Araújos Bruder Alvaro ist wegen Finanzierung von rechtsextremen Banden inhaftiert

Bogota/Wien - Die Außenministerin Kolumbiens, Maria Consuelo Araújo, ist am Montag zurückgetreten. Sie zog laut Medienberichten die Konsequenzen aus Vorwürfen gegen ihren älteren Bruder, der ultrarechte Paramilitärs finanziell unterstützt haben soll. Ihr Bruder, Alvaro Araujo, war vor einigen Tagen festgenommen worden. Zuvor hatte er noch erklärt: "Wenn nach mir gesucht wird, müssen sie auch nach meiner Schwester und Präsident Alvaro Uribe suchen."

Die paramilitärische Gruppen werden von Großgrundbesitzer und Drogenhändlern unterstützt, um sich vor linken Aufständischen zu schützen. Uribe versuchte in den vergangenen Jahren aber in Friedensverhandlungen mit Rebellengruppen und mit den Paramilitärs ein Ende des seit 40 Jahren schwelenden Bürgerkriegs herbeizuführen.

Mit der linksgerichteten Guerillaorganisation Nationales Befreiungsheer (ELN) brachte er Gespräche in Gang, mit den Revolutionären Streitkräften Kolumbiens (FARC) gab es bisher keine Fortschritte. Die Entwaffnung der paramilitärischen Verbände der ultrarechten Vereinigten Selbstverteidigungsgruppen Kolumbiens (AUC) ist nach Darstellung der Regierung weitgehend abgeschlossen.

Der Rücktritt seiner Außenministerin gilt als nicht unbeträchtlicher Schlag für Präsident Uribe. (APA)

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    Der Paramilitär-Skandal, in den zahlreiche kolumbianische PolitikerInnen involviert sind, hat Konsequenzen: Außenministerin Maria Consuelo Araujo tritt kurz vor dem geplanten Bush-Besuch zurück.

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