Gegen Mobbing vorgehen

26. Juli 2007, 10:06
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Gezielte Initiative gegen Mobbing ist auch eine Aufgabe der Unternehmensführung - Für Gesundheits- und Sozialberufe gibt es jetzt eine neue Kooperation dagegen

Wien - "Der Kampf gegen Mobbing im Unternehmen ist ganz klar eine Managementaufgabe. Überall dort, wo Menschen miteinander arbeiten, kann es zwischen ihnen zu Konflikten bis hin zu Mobbing kommen. Es gehört zu einer guten Unternehmenskultur, dass die Unternehmensführung beim Thema Mobbing nicht wegschaut, sondern damit konstruktiv und professionell umgeht - zum Wohle aller MitarbeiterInnen und damit des Konzerns", erklärt Gesundheits- und Sozialstadträtin Sonja Wehsely im Rahmen der Präsentation des Netzwerks "MOBnet" mit KAV-Generaldirektor Wilhelm Marhold und Ärztekammerpräsident Walter Dorner.

Netzwerk gegen Mobbing

MOBnet ist eine Initiative des Wiener Krankenanstaltenverbundes und der Ärztekammer Wien und soll als Plattform für Mobbing-Prävention und -Intervention im Gesundheits- und Sozialwesen dienen. Bei diesem Kooperationsprojekt werden Qualitätsstandards und verpflichtende Maßnahmen der Trägerorganisationen gegen Mobbing entwickelt sowie Erfahrungen ausgetauscht. Von den gemeinsamen Ressourcen profitieren alle KooperationspartnerInnen, zu denen auch der Österreichische Gewerkschaftsbund und die Medizinische Universität Wien zählen.

Ursachen für Mobbing in der Arbeitswelt

Veränderungen und zunehmender Druck in der Arbeitswelt sind Ursachen für das Auftreten von Unruhe, Nervosität und gehäuften Spannungen zwischen Personen am Arbeitsplatz. "Das sind mitunter Hintergründe, die zu Mobbing am Arbeitsplatz führen können", so Ärztekammerpräsident Dorner. In den Spitälern herrsche häufig eine nervlich aufreibende Arbeitssituation, daher "ist es gerade in diesem Bereich wichtig, ethische Prinzipien, eine offene Unternehmenskultur und einen respektvollen Umgang miteinander zu pflegen, um Mobbing bereits von vornherein keine Chance zu geben", betont der Ärztekammerpräsident.

Aktionen im Gesundheitsbereich

"Es darf keine Toleranz gegenüber Mobbing-Attacken geben, die unseren MitarbeiterInnen die Motivation und das Engagement am Arbeitsplatz rauben und zu Krankheiten führen", so KAV-Generaldirektor Marhold. Natürlich komme es immer wieder zu angespannten Arbeitssituationen zwischen MitarbeiterInnen. Noch öfter sollte der KAV-Unternehmensleitsatz 'Wir begegnen einander mit Wertschätzung und Toleranz' zum Tragen kommen. Deshalb setze der Wiener Krankenanstaltenverbund bereits seit Jahren gezielte Aktionen gegen Mobbing.

Mobbing-Prävention

Seit dem Jahr 2000 existiert im KAV unter der Leitung von Dr.in Susanne Hanzl eine Beratungsstelle für alle 32.000 MitarbeiterInnen. Psychologisch geschultes Personal bietet hier kostenlos und in geschütztem Rahmen Hilfe zu Themen wie Mobbing, Stress, Burnout oder Sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz. Bereits im Jahr 2000 startete das erste größere Mobbing-Projekt. Dieses magistratsweite Projekt lief unter der Leitung des KAV und hatte die Definition und Ursachendarstellung von Mobbing zum Inhalt. In weiterer Folge wurden zahlreiche Mobbing-Präventionsinstrumente im KAV entwickelt und 2005 präsentiert. Mit Foldern, Handbüchern und Schulungen für Führungskräfte wird seither gegen Mobbing mobil gemacht.

Mobbing-Ombudsstelle der Wiener Ärztekammer

Gegen Mobbing im Krankenhaus macht auch die Ärztekammer mobil. In der Standesvertretung der Wiener Ärztinnen und Ärzte wurde eine Ombudsstelle eingerichtet, an die sich Betroffene wenden können.

Folgen von Mobbing aus medizinischer Sicht

Mobbing-Opfer zeigen im Zuge des Mobbing-Geschehens in der Regel eine außerordentlich starke Beeinträchtigung ihres Befindens. Das bedeutet: Mobbing bewirkt Dauerstress, den Verlust von Gesundheitspotenzialen und schließlich sozialen Ausschluss. Nach einer gewissen Zeit zeigen sich bei der gemobbten Person Konzentrationsprobleme und manchmal auch Gedächtnisstörungen. Betroffene neigen dazu, ihre Gedanken über die durchgemachten Erlebnisse kreisen zu lassen und wollen oft offensiv darüber redenbeziehungsweise ziehen sich bisweilen zurück. Das Opfer äußert häufig Selbstzweifel. Zudem können auch psychische Störungen wie panische Angstzustände auftreten. "…Mobbing schadet MitarbeiterInnen individuell und letztlich dem ganzen Unternehmen", betont Stadträtin Wehsely. (red)

Link: Mobnet

Ombudsstelle der Wiener Ärztekammer: Ombudsfrau Brigitte Schmidl-Mohl und ihr Stellvertreter Wolfgang Lalouschek sind zu folgenden Zeiten erreichbar:
Montag bis Freitag (werktags) von 8 bis 9 Uhr
Tel.: 0664/810 96 90
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    Mobbing kann gesundheitliche, soziale und wirtschaftliche Folgen haben - treffen kann es jeden/e.

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