Ski-Sport: Verletzungsmuster bei Frau und Mann

12. März 2007, 18:36
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Männer führen Unfallstatistik an - Mehr Knieverletzungen bei Frauen - Industrie reagiert mit leichterer Skiausrüstung

Wien - Männer verletzen sich beim Skifahren zwar häufiger als Frauen, unterschiedlich ist allerdings die Art der Blessuren, die die Geschlechter bei dem Wintersport erleiden. Weibliche Skifahrer ziehen sich im Vergleich zu Männern häufiger Knie-, Muskel und Sehnenverletzungen zu, berichtete Rupert Kisser, Bereichsleiter Heim, Freizeit & Sport im Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV), am Montag in einer Aussendung.

Knieverletzungen

Laut Freizeitunfallstatistik des Kuratoriums musste 2005 etwa ein Drittel aller Frauen nach Skiunfällen wegen einer Knieverletzung behandelt werden. Bei den Männern war es nur rund ein Viertel. Das höhere Verletzungsrisiko haben allerdings die Männer, die laut KfV-Erhebung rasanten Fahrstil und schwarze Pisten bevorzugen sowie oftmals an Selbstüberschätzung leiden.

Demnach betreffen 60 Prozent aller Skiunfälle Männer, 40 Prozent der Verunglückten sind Frauen. Auch wenn man berücksichtigt, dass es im Verhältnis etwas weniger Skifahrerinnen gibt, haben Männer ein höheres Verletzungsrisiko pro Abfahrt, so das KfV. Im Jahr 2005 erlitten auf Österreichs Pisten rund 54.000 SkifahrerInnen Blessuren.

Unterschiedliche Verletzungsmuster

Der große Unterschied zwischen Frauen und Männern findet sich im unterschiedlichen Verletzungsmuster, erklärte Kisser. Auf Grund seiner Anatomie ist das weibliche Knie anfälliger für Blessuren als das männliche. Die schwächer ausgeprägte Muskulatur und die meist geringere Kraft würden die Verletzungsgefahr an Muskeln und Sehnen zusätzlich erhöhen.

Leichtere Schiausrüstung

Trotz Verletzungsgefahr zählt der alpine Skilauf aber auch bei der weiblichen Bevölkerung zu den beliebtesten Wintersportarten: Rund 48 Prozent der österreichischen SkifahrerInnen ab 15 Jahren - insgesamt 1,1 Millionen - sind Frauen. Die Sportartikelindustrie hat bereits auf die typischen "weiblichen Verletzungen" beim Skifahren reagiert, so Kisser. Erzeugt werden unter anderem spezielle Ski-Modelle, die sich vor allem durch ihr geringeres Gewicht auszeichnen.

Unfälle auf der Piste können nicht nur durch die richtige Ausrüstung, sondern auch durch regelmäßigen Sport und gezielte Skigymnastik vermieden werden, so das KfV. Jährliche Bindungseinstellung mit einem geeichten Prüfgerät, die Einhaltung von Pistenregeln und der Verzicht auf Alkohol sorgen ebenfalls für eine verletzungsfreien Skiausflug. (APA)

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