Neue Waffen gegen Video-Kopien

9. Juli 2007, 11:26
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Software von Audible Magic soll auch schlecht abgefilmte Videos eindeutig identifizieren - Myspace will Filter künftig einsetzen

Mit der Beliebtheit von Online-Video-Plattformen werden die dort verbreiteten Inhalte auch immer unkontrollierbarer: Die schiere Masse des ins Netz gestellten Materials verunmöglicht es jeden Film eines Vorab-Cheks zu unterziehen, So sind auf Youtube und Co. oft auch Filme zu finden, deren Rechteinhaber mit einer solchen Verbreitung nicht einverstanden sind.

Identifikation

Da einerseits keiner wirklich ein Interesse daran hat die Video-Sharing-Plattformen wieder abzudrehen, andererseits die Content-Industrie über die nicht-lizenzierte Weiterverbreitung verärgert ist, soll nun einmal mehr eine technische Lösung herhalten: Der Softwarehersteller Audible Magic hat ein Videoerkennungssystem präsentiert, das Filme auch dann eindeutig identifizieren können soll, wenn sie in einer schlechten Kopie vorliegen. Dies berichtet die New York Times.

Check

Um dies zu verdeutlichen nahm sich Vance Ikezoye, Chef des Unternehmens, ein durchschnittliches Video von Youtube vor. Obwohl das Ganze mit einer Kamera aus dem Kino abgefilmt wurde und mit chinesischen Untertiteln versehen war, konnte die Software den Filmschnippsel als Ausschnitt aus "Kill Bill: Vol. 2" identifizieren.

Myspace

Einige Web-Anbieter haben bereits angekündigt, künftig die Software von Audible Magic nutzen zu wollen, allen voran MySpace. Künftig sollen alle Filme, die auf die Social-Network-Seite geladen werden, gegen eine große Datenbank gecheckt werden, die anhand von digitalen Fingerabdrücken eventuelle Urheberrechtsverletzungen feststellen soll.

Filter

Andere Unternehmen sind nicht so schnell in der Annahme entsprechender Filter: Zwar hat auch Youtube angekündigt, den Content schon bald automatisch überprüfen lassen zu wollen, eine Umsetzung dieser Ankündigungen blieb bisher allerdings aus.

Ursachenforschung

Ob dies nur technische Gründe hat, sei dahin gestellt. Immerhin ist allen Beteiligten auch klar, dass der Einsatz von Filtern dazu führt, dass die BenutzerInnen die Plattform in Scharen verlassen und zu weniger restriktiven Angeboten wechseln.

Interessen

Bleibt also abzuwarten, ob man es mit der "Keule" der automatischen Löschung versucht, oder sich weniger restriktive Umsatzbeteiligungsansätze durchsetzen. Audible Magic wird es auf jeden Fall freuen, auch für Letzteres ist eine eindeutige Identifizierung der Video notwendig. (red)

  • Artikelbild
    foto: audible magic
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