Gerüchte über Verkauf von EMIs Musiksparte

3. März 2007, 17:27
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Neues Kapitel im Übernahmepoker mit Warner Music möglich

Der weltweit drittgrößte Musikverlag EMI soll vor dem Verkauf seiner Musiksparte stehen. Laut einem Bericht des Guardian erwägt das Unternehmen entweder den Verkauf der Musikproduktion oder eine Refinanzierung der Musikvertriebssparte, nachdem EMI vergangenen Mittwoch bereits die zweite Gewinnwarnung innerhalb von fünf Wochen veröffentlicht hat. Damit wolle sich das Unternehmen vor Übernahmeversuchen schützen. Frischen Wind erhalten damit auch Spekulationen über ein neues Kapitel im Übernahmepoker mit Warner Music.

Welche Maßnahme Eric Nicoli, Vorstandschef von EMI, auch umsetzen werde, würde für ihn keine Rolle spielen, denn er sei bereits erledigt, wie ein EMI-Aktionär im Guardian sagt. Mehrere private Anlegerunternehmen sollen an EMI interessiert sein. Aber anscheinend wolle man bei EMI die Übernahme durch private Beteiligungskonsortien verhindern. In diesem Fall müsste sich EMI von der Musikvertriebssparte als erstes verabschieden, die durch die Verwaltung und Verwertung der Urheberrechte Geld schöpft. In anderen Berichten vom Wochenende heißt es, dass EMI eine Kredit in der Höhe von einer Mrd. Pfund (1,49 Mrd. Euro) aufnehmen wolle, um die Vertriebssparte zu behalten. EMI befindet sich genau mit diesem Betrag in der Kreide.

EMI soll von der Krise in der Musikwirtschaft besonders hart getroffen sein und hat schon Ende Januar mit umfassenden Restrukturierungen und Personalveränderungen begonnen. Vergangenen Mittwoch gab das Unternehmen als Grund für die schlechten Geschäfte die enttäuschende Marktperformance seiner wichtigsten Künstler wie Robbie Williams, Norah Jones und Coldplay an. Außerdem sei der Markt für bespielte physische Musikdatenträger im vergangenen Jahr um 20 Prozent zurückgegangen. Zugesetzt hat dem Konzern auch der US-Arm, dessen Geschäft schlechter lief als erwartet. EMI schraubte seine Prognose für die Quartalsergebnisse seiner Musiksparte, die für März erwartet werden, nach unten. Während der Rückgang im vergangenen Monat noch auf sechs bis zehn Prozent beziffert wurde, lag die Prognose vergangene Woche schon bei fünfzehn Prozent.(pte)

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