Ballmer legt nach: Open Source "nicht frei"

23. Juli 2007, 12:57
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Community müsse Be­deutung von "geistigem Eigentum" anerkennen - Novell-Deal vor allem unter diesem Blickpunkt wichtig

Eines kann man Microsoft-Boss Steve Ballmer sicher nicht unterstellen: Dass er nicht weiß in welches Wespennest er stechen muss, um eine gewünschte Reaktion zu erzielen. So hatte er schon wenige Tage nach dem Abkommen seines Unternehmens mit Novell erklärt, dass Linux seiner Meinung nach die eigenen Patentrechte verletzte.

Patentfrage

In einer aktuellen Ansprache vor InvestorInnen und AnalystInnen legte er nun noch eine Schäufelchen nach: All die von Novell so herausgestrichenen Vorteile - etwas die Verbesserungen bei der Interoperabilität und die technische Zusammenarbeit - ließ er geflissentlich beiseite und konzentrierte sich statt dessen einzig auf das Patentabkommen.

Nicht frei?

Der Novell-Deal würde Microsoft nicht sonderlich viel Geld einbringen, habe aber einen wichtigen anderen Nutzen: Er demonstriere, dass Open Source "nicht frei" sei, sondern dass man auch hier geistiges Eigentum zu respektieren habe.

Sticheln

Die Aussage Ballmers ist wohl auch als gezielte Stichelei gegen Novell zu verstehen, immerhin war die lautstarke Kritik an dem Unternehmen in den letzten Wochen zunehmend abgeklungen. Zusätzlich hatte Novell-Chef Ron Hovsepian vor kurzem mit einer Kampfansage gegen Windows Vista aufhorchen lassen und verkündet, dass man seit dem Abkommen einige wichtige neue KundInnen von Microsoft für sich gewinnen konnte. (red)

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    Steve Ballmer
    Sagen, Zurücklehnen und auf die Reaktion freuen.

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