Auch Jet-Modell für Heeresschau gesponsert

6. März 2007, 15:32
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Eurofighter-Hersteller: "Sponsoring-Aktivitäten normal und weltweit üblich"

Wien - Die Eurofighter GmbH hat die Vorwürfe im Zusammenhang mit einer Ausstellung in Salzburg, bei der der Jet-Hersteller ein Flugzeug-Modell geliefert haben soll, zurückgewiesen. Solche Sponsoringaktivitäten seien "ganz normal und weltweit üblich", sagte der Kommunikationsleiter der Eurofighter GmbH, Wolfdietrich Hoeveler, im Gespräch mit der APA am Montag. Das Eurofighter-Modell, das in Salzburg ausgestellt wurde, sei dasselbe wie jener Flieger, den man am Nationalfeiertag bei der Heeresschau am Heldenplatz bestaunen kann, sagte Hoeveler.

Kein Kommentar

Die konkreten Vorwürfe der illegalen Spende wollte der Kommunikationschef nicht explizit kommentieren. Er verwies auf seine Zeugeneinvernahme kommende Woche im Eurofighter-Untersuchungsausschuss. In Zusammenhang mit der Ausstellung im Jänner 2006 war "Airchief" Erich Wolf unter Kritik geraten. In dem Prospekt der Veranstaltung im Hangar-7 des Salzburger Flughafens sind als Auftraggeber des Projekts im Jänner 2006 das Kommando Luftstreitkräfte und dessen Chef Wolf genannt. Unter den elf Sponsoren wird auch die Eurofighter-Jagdflugzeuge GmbH aufgelistet.

Legales Sponsoring

"Wenn solche Aktivitäten illegal wären, dann wäre ich schon hundert Mal im Knast", meinte ein über die Berichterstattung in Österreich erstaunter Hoeveler. Die Eurofighter GmbH und ihre Mutterfirmen würden bei vielen Anlässen unter "den geltenden Bestimmungen" Sponsoring betreiben. Dies treffe auf Partnerfirmen in der Industrie genauso zu wie auf die Luftstreitkräfte. So hätte die Eurofighter-GmbH etwa die Damenspenden beim Ball der deutschen Luftwaffe bezahlt - auch das Catering werde bei derartigen Veranstaltungen oft von seinem Unternehmen übernommen. Bei der In-Dienst-Stellung der Eurofighter in Deutschland hätte man ebenfalls um die 1500 Euro für den Empfang berappt.

Mockup

Der "Mockup", so heißt der nachgebaute Eurofighter, den man schon seit ein paar Jahren bei der Heeresschau am Nationalfeiertag am Heldenplatz besichtigen kann, sei eines "der wichtigsten Mittel um sich in der Öffentlichkeit dazustellen". Die Flieger-Attrappe würde regelmäßig auf Messen in ganz Europa zur Schau gestellt. Nichts anderes sei bei der Veranstaltung im Hangar 7 in Salzburg geschehen. "Da passiert nichts hinter dem Rücken von irgendwem, da wird ganz offen eingeladen", betonte Hoeveler.

Keine Millionen

Wie viel Geld seine Firma für solche Events locker macht, wollte Hoeveler nicht sagen. "Das sind keine Riesenbeträge, keine Millionen, so wie man sich das immer vorstellt", meinte er dazu nur knapp. Auch die Transport- und Aufbaukosten des Eurofighter-Modells nannte der Kommunikationsverantwortliche nicht. "Ich habe keine Lust, die Diskussion noch weiter anzuheizen", sagte er und verwies darauf, dass er nächste Woche im Ausschuss ohnehin zu diesen Fragen Stellung werde nehmen müssen.

Bezüglich der Einhaltung der "landesüblich geltenden Bestimmungen" verlässt sich Hoeveler auch auf seine Auftraggeber: "Ich muss doch davon ausgehen, dass wenn ein Ministerium einen Wunsch äußert, geprüft wurde, ob das korrekt ist". (APA)

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