Europäischer Druck gegen iTunes Store wächst

16. März 2007, 10:18
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"Charta für Verbrauchersouveränität in der digitalen Welt" soll geschlossene DRM-Systeme verhindern

Wenn Apple-Boss Steve Jobs wortreich an die Öffentlichkeit tritt, so ist ihm die Aufmerksamkeit der Online-Community sicher. Für besonderes Aufsehen sorgte unlängst aber sein Forderung an die Musikindustrie dem Digital-Rights-Management ein Ende zu bereiten. Dies wäre VerbaucherInnen-feindlich und würde dadurch auch die Umsätze mit Online-Musik behindern, so die Argumentation des Apple-CEO.

iTunes

Eine Positionierung, die für viele ebenso erfreulich wie überraschend kam, immerhin ist Apple selbst der größte Anbieter von DRM-geschützter Musik. Zusätzlich war das Unternehmen für seine exklusive Kombination iPod / iTunes Music Store - im Store gekaufte Lieder lassen sich nicht so ohne weiteres auf den Playern anderer Hersteller wiedergeben - in den vergangenen Monaten zunehmend in die Kritik gekommen.

Kritik

Vor allem Norwegen hatte sich dabei an die Spitze der KritikerInnen gestellt. Der Ausschluss von Musik-Playern anderer Hersteller sei schlicht rechtswidrig, was mittelfristig auch zu einer Abschaltung des iTunes Stores in Norwegen führen könnte.

Verbraucherschutz

Nun droht Apple weiteres Ungemach, falls man sich nicht doch noch dazu bereit erklärt zumindest das eigene DRM gegenüber anderen Herstellern zu öffnen. So hat das deutsche Verbraucherschutzministerium in Zusammenarbeit mit Konsumentenschutzverbänden eine "Charta für Verbrauchersouveränität in der digitalen Welt" erstellt, wie die Financial Times Deutschland berichtet.

Forderungen

Darin wird ausdrücklich gefordert, dass entsprechende Lösungen offen gelegt werden müssen, um so einen Missbrauch der Marktmacht eines Herstellers zu verhindern. Die Charta soll als Grundsatzpapier auf europäischer Ebene eingebracht werden, um eine entsprechende rechtliche Umsetzung zu erreichen.

Kritik

Steve Jobs hatte sich bisher immer gegen die Öffnung von "Fairplay" - so der Name des DRMs von Apple - gestellt. Dies würde viel zu viele Sicherheitsprobleme mit sich bringen, so der Apple-Boss. Eine Argumentation, an der aber nicht nur Sicherheitsexperten so ihre Zweifel haben. So hat Macrovision-Boss Fred Amoroso in einer Reaktion auf Jobs' Brief Apple angeboten bei der Öffnung von Fairplay behilflich zu sein. Freilich geht es dem Unternehmen dabei nicht um das Ende von DRM, sondern "nur" um eine Lösung, die mehrere Hersteller einsetzen können. Immerhin lebt man ja von solchen Verbreitungsbeschränkungen. (red)

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