"News" entlässt Wendl wegen Grasser

19. März 2007, 15:12
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Der 48-Jährige, Mitglied der Chefredaktion, porträtierte Grasser für "Vanity Fair", ohne die Zustimmung seines Arbeitgebers einzuholen

Berlin/Wien - "News" trennt sich mit sofortiger Wirkung von Karl Wendl, Mitglied der Chefredaktion des Magazins: Der 48-Jährige porträtierte Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser für die neue deutsche Ausgabe von "Vanity Fair", ohne, wie vorgeschrieben, die Zustimmung seines Arbeitgebers einzuholen. Der Wochentitel von US-Verlag Condé Nast greift in Deutschland "stern" und "Gala" an, die News-Mutter Gruner + Jahr gehören.

Die Grasser-Eloge ziert zudem die Titelseite der Österreich-Ausgaben von "Vanity Fair", das damit "News" Konkurrenz macht. Oliver Voigt, Herausgeber und Manager der "News"-Gruppe, sagt auf STANDARD-Anfrage, er habe die Entscheidung der Chefredakteure Josef Votzi und Andreas Weber "akzeptiert", wolle aber mit Wendl nach seinem Urlaub noch sprechen. Der Krisenreporter war 1992 Gründungsmitglied von "News", zwischendurch Außenpolitikchef der "Welt am Sonntag". Er könnte nun wieder nach Deutschland oder zu "Österreich" wechseln. (fid/DER STANDARD; Printausgabe, 19.2.2007)

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