Vom Uni-Lehrgang ins "soul-village"

18. Februar 2007, 17:36
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Mit der "soulbox", einem Fertigteil-Modulsystem in Niedrigenergie- oder Passivhaus-Standard, will das "so(u)l network" durchstarten

Eine "ökosolare Alternative zum Fertighaus" hat die so(u)l network gmbh auf der soeben zu Ende gegangenen "Bauen & Energie"-Messe präsentiert: Die "soulbox", ein individuell adaptierbares Fertighaus-Modulsystem, das gemäß der Idee seiner Erfinder die "Flexibilität des modernen Wohnens" in sich trägt.

Die in Holzbauweise und auf Niedrigenergie- oder Passivhaus-Standard gefertigten Boxen sind in drei Größen erhältlich, nämlich "mini" (Nutzfläche 57 m²), "midi" (81 m²) und "maxi" (91 m²), sowie in den Ausstattungsstufen "pur", "ready" (inklusive Innenausbau und belagsfertig) und "go" (schlüsselfertig).

Vorfertigung als Erfolgsrezept

"Durch die Vorfertigung der kompletten Gebäudehülle ist ein Preis knapp unter 1.000 Euro pro Quadratmeter möglich", erklärt Christian Steiner vom soulbox-Kernteam, gleichzeitig Initiator des Projekts. Dank dem Modul-System lasse sich die "soulbox" auch "an jede Lebenssituation anpassen" – eben nicht nur in der Ausstattung, sondern auch in der Größe: So sollte es etwa für den freiberuflich tätigen "soulbox"-Besitzer mit Platzbedarf kein Problem sein, eine eigene "Büro-Box" an die Wohnräume anzugliedern. "All inclusive" wird die Start-Variante der "soulbox" für rund 70.000 Euro zu haben sein, rechnet Steiner vor.

Für den Bau der soulbox werden ausschließlich ökologische Materialien verwendet, erklärt der so(u)l network-Geschäftsführer: "In Verbindung mit einer Komfortlüftung sorgen sie für bestes Raumklima und fördern Gesundheit und Wohlbefinden. Außerdem weisen sie hervorragende ökologische Kennziffern und baubiologische Werte auf." Durch die Kombination passiver Sonnenenergienutzung und moderner Passivhaustechnik zum Heizen und Lüften wird der niedrige Heizwärmebedarf von unter 30 kWh/m²/Jahr erreicht.

Die Idee entstand an der Uni

Entstanden ist die Idee schon in den 90er-Jahren im Rahmen eines Lehrgangs für Solararchitektur an der Donau-Uni Krems, den einige heutige Projekt-Beteiligte gemeinsam absolviert hatten. In der Folge entstand ein "KMU-Netzwerk" von Planern und ausführenden Firmen in Ostösterreich, das mittlerweile auf viele Jahre Erfahrung beim Planen und Bauen von Passivhäusern verweisen kann. "Unser Kernteam ist seit zehn Jahren mit Solar- und Passivhaus-Technik befasst", so Steiner.

Für das "soulbox"-Projekt wurde nun eigens die so(u)l network gmbh als Generalunternehmer gegründet – um den Kunden gegenüber "Sicherheit, Kompetenz und Effektivität" gewährleisten zu können. Die Aufträge werden von den knapp 40 Firmen aus dem soulbox-Kernteam ausgeführt, in dem neben Tischlern, Zimmerern und Elektrikern auch Lehmbau- und Thermografie-Spezialisten, Photovoltaik-Experten und Gartenplaner vertreten sind; als alleiniger Ansprech- und Vertragspartner den Kunden gegenüber fungiert so(u)l network, die "Dachfirma" mit Sitz im burgenländischen Zurndorf.

Solarpreis 2005

Im Burgenland befinden sich auch die meisten der bisherigen Referenzprojekte des so(u)l network-Teams: Es handelt sich dabei um Einfamilienhäuser in Niedrigstenergie- bzw. Passivhaus-Qualität, geplant von den Architekten Hans Peter Halbritter und Martin Rührnschopf. Das Passivhaus der Familie von Christian Steiner, genannt "lebenszentrum steiner" in Zurndorf, wurde außerdem bereits mit dem "Österreichischen Solarpreis 2005" ausgezeichnet.

Steiner denkt auch schon einen Schritt weiter: Er kann sich vorstellen, selbst mit den "soulboxen" eines Tages auch als Bauträger aufzutreten. Sein großes Ziel: Ein "soul-village", also ein Dorf nur aus seinen "soulboxen" – irgendwo in Ostösterreich. (map)

  • Die in Holzbauweise gefertigte "soulbox" ist in drei Größen erhältlich.
    bild: so(u)l network

    Die in Holzbauweise gefertigte "soulbox" ist in drei Größen erhältlich.

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