MTI Neusiedl ist bankrott

20. März 2007, 12:53
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Maize Technologies International GmbH (MTI), Entwickler von Hybrid-Maiszuchtlinien, ist das Geld ausgegangen

Wien - Die im burgenländische Maize Technologies International GmbH (MTI), Entwickler von Hybrid-Maiszuchtlinien, ist bankrott. Dem Vernehmen nach sei zwar der Verkauf der neuen Maissorten angelaufen, da die Höhe der Einnahmen aber nicht ausreichend sind, um die Forschungsarbeiten zu finanzieren, hatte sich die finanzielle Situation beträchtlich angespannt, heißt es laut "WirtschaftsBlatt"-Online im Konkursantrag.

Die Finanzierungslücke bis zum operativen Break-even betrage 6,5 Mio. Euro. Die Versuche, den Ausfall durch Einwerbung von neuem Kapital seitens neuer Investoren auszugleichen seien fehlgeschlagen.

"Es ist richtig, uns ist das Geld ausgegangen", wird MTI-Chef Lutz Krafft zitiert. "Ich habe von meinem Eigentümer, einer Aktiengesellschaft in Belgien, keine Unterstützung bekommen, was die finanzielle Ausweitung der GmbH angeht." Nun soll versucht werden, eine Fortführung zu organisieren, da man mit der Forschung weit gekommen sei.

30 Millionen

Insgesamt habe das Unternehmen mit den Langzeit-Krediten mehr als 30 Mio. Euro in den Sand gesetzt, heißt es. Rund 21,5 Mio. Euro habe das Stammkapital betragen. Zum Ankauf des tschechischen Maiszüchters Cezea wurde bei der Österreichischen Volksbanken AG ein Kredit in Höhe von 4,4 Mio. Euro aufgenommen. Ein weiterer Kredit in Höhe von 6 Mio. Euro für Forschungsarbeiten stammt von der WIBAG und der Raiffeisenlandesbank.

MTI plant nicht nur einen Fortbetrieb, sondern auch einen Zwangsausgleich. "Ohne frisches Kapital wird das Ganze fehlschlagen", so Insolvenzexperte Michael Schütz vom KSV 1870. Es werde auch zu prüfen sein, wohin das ganze Geld geflossen ist.

Für die Entschuldung muss das Unternehmen, dass aus einem Management-Buy-out aus der Aventis Crop Science entstanden ist, einen neuen Investor, sprich Eigentümer, an Land ziehen. Bereits im Sommer 2005 wurde mit Investmentbanken der Verkauf der MTI-Gruppe an ein größeres Technologieunternehmen versucht. "Der geplante Verkauf fand schließlich nicht statt", heißt es im Konkursantrag. Zu MTI Neusiedl gehören neben der tschechischen Cezea auch die MTI in Moldawien, eine Tochterfirma im französischen Geudertheim und eine Niederlassung in Des Moines im US-Bundesstaat Iowa. Von den 70 Mitarbeitern arbeiten elf in der Zentrale in Neusiedl. (APA)

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