Burgstaller fordert Neuregelung für Heimunterricht

15. März 2007, 15:18
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"Häuslicher Unterricht muss radikal geändert werden"

Salzburg - Eine gründliche Umgestaltung der "Schule zu Hause" bzw. des "häuslichen Unterrichts" schlägt die Salzburger Landeshauptfrau und SPÖ-Bildungsreferentin Burgstaller angesichts der bekannt gewordenen Fälle von verwarlosten Familien vor. "Wir müssen in unser System mehrere wirksame Sicherungen einbauen", stellte Burgstaller am Sonntag fest. ****

Es seien zwar nur verschwindende 0,5 Promille der Salzburger Schulkinder, die am "häuslichen Unterricht" teilnehmen, doch jedes einzelne Kind, das durch mangelnde Fürsorge Schaden nehme, sei zu viel, so die Landeshauptfrau. Man müsse sorgfältig abwägen zwischen dem Recht des Kindes auf Schutz durch den Staat und dem Recht auf individuelle Gestaltung der Bildungslaufbahn.

Der Vorschlag von Bildungsministerin Schmied zur Einführung eines Frühwarnsystems weise in die richtige Richtung. Schule und Jugendwohlfahrt müssten besser zusammenarbeiten, das Informationsmanagement auf neue Füße gestellt werden, sagte Burgstaller.

Strenge Voraussetzungen

Die Genehmigung des häuslichen Unterrichts könne an gewisse strenge Voraussetzungen geknüpft werden, wie eben der Einbindung der Jugendwohlfahrt oder der Überprüfung der Befähigung der Eltern. Eine einmalige jährliche Wissensüberprüfung sei nicht ausreichend. Burgstaller kann sich sogar vorstellen, den "echten" häuslichen Unterricht im engeren Sinn abzuschaffen, oder ihn auf absolute Ausnahmefälle im Interesse des Kindes zu beschränken.

Eltern, die häuslichen Unterricht beantragen, mussten bisher keine Begründung abgeben, werden keiner Qualifizierungsprüfung unterzogen. Die Behörde habe auch keine Untersagungsmöglichkeit, stellte Burgstaller fest. Gründe für die Antragstellung der Eltern gingen vom Wunsch nach alternativer Pädagogik über vollkommenes Behüten des Kindes bis zu religiösen Einstellungen. (APA)

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