ÖSV-Team überlegen in Führung

18. Februar 2007, 14:05
6 Postings

Bestzeiten für Strobl, Kirchgasser und Götschl, Raich Zweiter - Derzeit noch auf Medaillenkurs: Kanada und die Schweiz

Aare - Ganz entspannt fährt die ÖSV-Truppe bei der WM in Aare im abschließenden Teambewerb der Goldmedaille entgegen. Im Super G am Sonntagvormittag stellten Renate Götschl, Fritz Strobl und Michaela Kirchgasser in ihren Rennserien jeweils die Bestzeit auf, Benjamin Raich wurde Zweiter. Elf Mannschaften sind am Start, Österreich führt mit 5 Punkten klar vor Kanada (15) und der Schweiz (17). Ab 13:00 Uhr steht der Slalom auf dem Programm, im Gold-Fall würde Österreich die Medaillenwertung der 39. Alpinen Ski-Weltmeisterschaften für sich entscheiden.

Kaum Zuschauer

Der Teamevent ist die beste Chance, zu zeigen, wer die stärkste Skination der Welt ist, denn Herren und Damen kämpfen gemeinsam und in zwei verschiedenen Disziplinen um die Medaillen. Zwar war das Interesse der Zuschauer am erst zum zweiten Mal bei Weltmeisterschaften ausgetragenen Bewerb gering, aber die beteiligten Nationen nahmen die Sache durchaus ernst. Allen voran Österreich, was auch dadurch bemerkbar war, dass die bereits gefahrenen Rennläufer im Zielraum bei den Fahrten ihrer Kollegen gemeinsam mitfieberten und jubelten.

Super-G-Bronzemedaillengewinnerin Götschl, die nach der Enttäuschung in der Abfahrt (7.) in den vergangenen Tagen in Aare trainiert hat, brachte Österreich mit Bestzeit in Führung. "Super! Das ist das, was ich wollte, dass wir voranliegen", sagte die Speed-Queen, die die erste Serie des Riesentorlauf ähnlichen Super G vor der Französin Ingrid Jacquemod (+0,08 Sek.) gewonnen hat und am Ende auch von allen Damen die Schnellste war.

Nun lag es an Strobl, der extra für den Teambewerb wieder aus der Heimat eingeflogen worden war, die Spitzenposition zu verteidigen, was der Super-G-Silbermedaillengewinner bravourös erledigte. "Gestern hat mich ein Damen-Trainer daran erinnert, dass ich einmal ganz gut Riesentorlauf gefahren bin. Ich habe mir dann nur gedacht, gut, dass ich hier noch einen Super G habe. Beim Besichtigen habe ich dann geglaubt, ich träume", sagte der Kärntner. Nach der verpatzten Abfahrt (22.) war er nach Österreich geflogen ("Ich musste heim"), für den Teambewerb ist er noch einmal groß motiviert. "Ich hatte immer dieses Silber vom Super G im Hinterkopf und nun gibt es noch eine Medaillenchance."

Fünftbeste Damenzeit für Kirchgasser

Technikerin Kirchgasser absolvierte die Besichtigung des Kurses mit den Speed-Experten Götschl und Strobl und dachte sich danach, dass da nichts schief gehen könne. "Ich stand am Start, wir hatten zwei Bestzeiten und ich dachte mir, jetzt kommen ich und die Blamage. Aber die Renate hat mir noch was raufgefunkt, und es ist dann super gegangen", meinte die Riesentorlauf-Vierte strahlend. Sie hatte sich über die Nominierung sehr gefreut. "Bei der starken Mannschaft ist das keine Selbstverständlichkeit, dass man aufgestellt wird." Sie fixierte übrigens die fünftbeste Damenzeit.

Raich musste sich zum Abschluss mit Platz zwei in seiner Rennserie hinter dem Schweizer Marc Berthod (Gesamterster vor Strobl und Raich) zufrieden geben, an der überlegenen Führung der Österreicher änderte das nichts. "Jetzt bin ich der Verlierer im Team", scherzte der Pitztaler, der den Teambewerb aber nicht auf die leichte Schulter nahm. "Wenn man mitfährt, muss man es ernst nehmen, sonst braucht man nicht fahren." Und das Gemeinschaftsgefühl freue ihn. "Sonst fährt man ja immer gegeneinander, jetzt einmal miteinander."(APA)

  • Fritz Strobl, Michaela Kirchgasser, Renate Götschl und Benjamin Raich.

    Fritz Strobl, Michaela Kirchgasser, Renate Götschl und Benjamin Raich.

Share if you care.