15 Tote in Elfenbeinküste nach Giftmüll-Skandal

3. März 2007, 18:09
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Zuvor war von zehn Todesopfern die Rede

Abidjan - Nach dem Skandal um von einer niederländischen Firma in die Elfenbeinküste (Cote d'Ivoire) transportierten Giftmüll im vergangenen August ist die Zahl der Toten auf 15 gestiegen. Zudem mussten 69 Bewohner der dortigen Wirtschaftsmetropole Abidjan in Krankenhäusern behandelt werden, teilte eine von Ministerpräsident Charles Konan Banny eingesetzte Kommission mit.

Giftmüll-Ablagerungen

In einer vorigen Bilanz war von zehn Toten die Rede gewesen; die nun gemeldeten fünf weiteren Toten seien nicht in Krankenhäusern gestorben, hieß es in der Mitteilung. Insgesamt seien über 108.000 Menschen im Zusammenhang mit dem Giftmüll zu ärztlichen Untersuchungen gekommen. In 41 Prozent der Fälle seien Beschwerden auf Grund der Giftmüll-Ablagerungen an 16 Orten in Abidjan nachgewiesen worden, hieß es.

Der multinationale Ölhandels-Konzern Trafigura hat sich zur Beilegung des Giftmüll-Skandals zur Zahlung von umgerechnet 152 Millionen Euro an die Elfenbeinküste bereit erklärt. Das von Trafigura gecharterte, unter griechischer Flagge fahrende Schiff "Probo Koala" hatte Ende August vergangenen Jahres bei Abidjan 528 Tonnen Giftmüll unter freiem Himmel abgelagert. Trafigura war die flüssigen Abfälle in Amsterdam nicht losgeworden. Nach Auffassung von Kritikern hätten die niederländischen Behörden das Schiff nicht auslaufen lassen dürfen. Trafigura, operiert von London aus, ist aber in den Niederlanden registriert.(APA/AFP/dpa)

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