Bulgarische Krankenschwestern fechten Todesurteile an

30. März 2007, 16:20
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Oberstes libysche Gericht will binnen drei Monaten über Berufung entscheiden

Sofia - Kurz vor Fristende hat der Anwalt der in Libyen zum Tode verurteilten fünf bulgarischen Krankenschwestern am Samstag letztmals Berufung eingelegt. Das sagte Anwalt Othman al Bisante der staatlichen libyschen Nachrichtenagentur BTA. Alle Möglichkeiten zur Berufung gegen die Entscheidung eines Berufungsgerichts Mitte Dezember sind damit ausgeschöpft. Das oberste libysche Gericht will nun binnen drei Monaten entscheiden.

Berufungsgericht

Die fünf Krankenschwestern und ein palästinensischer Arzt waren am 9. Februar 1999 festgenommen worden, nachdem hunderte Kinder in der Klinik von Bengasi mit dem HI-Virus infiziert worden waren. Trotz entlastender Aussagen von Experten und wissenschaftlicher Studien hatte ein Berufungsgericht in Tripolis am 19. Dezember die Todesurteile bestätigt. Internationale Gutachter hatten nachgewiesen, dass das Virus bereits vor der Ankunft der sechs Angeklagten auf Grund der miserablen hygienischen Bedingungen in dem Krankenhaus grassierte. Die Todesurteile hatten international Empörung ausgelöst.

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