Frauen und Männer heiraten in der Schweiz später

20. Juli 2000, 14:04

Mehrheit gegen eine Erhöhung des Pensionsalters

Neuenburg/Bern - Die Heiraten und auch die Scheidungen haben im Jahre 1999 in der Schweiz stark zugenommmen. Nach Angaben des Bundesamtes für Statistik (BfS) vom Donnerstag stieg dabei die Zahl der Eheschliessungen um rund 2000 auf 40.646. Damit wurde der seit Anfang der neunziger Jahre bestehende Abwärtstrend bei den Heiraten erstmals durchbrochen. Zurückzuführen sie dies auf das ausgefallene Datum 9.9.99, an dem sich 2500 Paare das Jawort gaben, schreibt das BfS weiter.

Sowohl Frauen als auch Männer gehen ihre erste Ehe immer später ein. 1999 heirateten die Frauen mit durchschnittlich 28,2 Jahren rund eineinhalb Jahre später als 1990, die Männer waren mit durchschnittlich 30,8 Jahren sogar fast zwei Jahre älter als 1990.

Auch bei den Scheidungen wurde 1999 ein Rekord verbucht. Mit einer Zunahme um 16 Prozent auf 20.809 wurde erstmals die Marke von 20.000 Scheidungen überschritten. Erklären lässt sich dies laut BfS mit der Inkrafttretung des neuen Scheidungsrechts am 1. Januar 2000, das den Abschluss bestehender Verfahren nach alter Regelung noch vor Jahresende 1999 beschleunigt habe.

Gegen eine Erhöhung des Pensionsalters

Eine Mehrheit der Schweizer Bevölkerung ist gegen eine Erhöhung des Pensionsalters. Das zeigt eine repräsentative Umfrage im Auftrag der Tageszeitung "Blick". Nur zehn Prozent sprechen sich für den Vorschlag des Präsidenten der Freisinnig-Demokratischen Partei (FDP), Franz Steinegger, aus, das Pensionsalter für Frauen und Männer sukzessive auf 67 Jahre anzuheben.

Ein Viertel der Befragten stimmt einer Erhöhung der Mehrwertsteuer um 1,5 Prozent zu, wie sie der Bundesrat (Regierung) im Rahmen der 11. Revision der Alters- und Hinterbliebenenversicherung (AHV) vorschlägt. Doch die meisten SchweizerInnen (58 Prozent) möchten die bisherige Situation beibehalten. Steinegger gab sich gegenüber dem "Blick" nicht überrascht. Letztendlich werde das Volk entscheiden müssen, welche Lösung es bevorzuge. (Reuters/APA/sda)

Share if you care.