Was bringt Leitls Pensionsvorschlag konkret?

20. Juli 2000, 13:51

Unterschiedlicher Lebensverlauf von Frauen wirkt sich aus

Wien - Durchschnittlich fast 43 Versicherungsjahre (515 Beitragsmonate) wiesen die im Vorjahr in Frühpension gegangenen 8.530 Männer im Angestelltenbereich auf. 86,1 Prozent der Männer kamen auf mindestens 40 Beitragsjahre, geht aus Daten der Pensionsversicherungsanstalt der Angestellten hervor. 97,1 Prozent wiesen mindestens 35 Beitragsjahre auf.

Leitl: Durchgerechnete Beitragsdauer von 40 Jahren vorstellbar

Diese Zahl ist insofern interessant, als einerseits die Regierung ja kürzlich beschlossen hat, das Frühpensionsantrittsalter um eineinhalb Jahre (von derzeit 55/60 Frau/Mann schrittweise beginnend ab Oktober bis Oktober 2002 auf 56,5/61,5 Jahre) anzuheben, andererseits zuletzt Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Leitl mit der Aussage aufhorchen ließ, dass eine bestimmte Zahl von Beitragsjahren wesentlicher sei als eine willkürlich festgelegte Altersgrenze. So kann sich Leitl eine versicherungsmathematisch durchgerechnete Beitragsdauer von 40 Jahren als mögliche Grundlage für eine Höchstpension vorstellen.

Bei Männern Erhöhung des Frühpensionsantrittsalters um lediglich ein Monat

Wenn man die durchschnittliche Beitragsdauer aller im Vorjahr neu in Pension gegangenen männlichen Angestellten nimmt, die bei 479 Monaten liegt, ergäbe sich aus dem Vorschlag Leitls eine Erhöhung des Frühpensionsantrittsalters um lediglich ein Monat.

Und bei Frauen?

Bei den Frauen sieht - aufgrund der unterschiedlichen Lebensverläufe und des Frühpensionsantrittsalters von derzeit noch 55 Jahren - die Verteilung etwas anders aus. Hier betrug die Gesamtzahl der Neuzugänge bei den Frühpensionistinnen im Vorjahr 9.932. Davon hatten aber nur 28,7 Prozent mindestens 40 Beitragsjahre aufzuweisen. Immerhin 96,3 Prozent aller Frühpensionistinnen weisen aber mindestens 35 Beitragsjahre auf.

Eineinhalb bis zu sechs Jahre fehlen

Die Zahl der durchschnittlichen Beitragsmonate bei angestellten Frauen, die 1999 in Frühpension gingen, hatte immerhin 461 betragen. Hier würden den Frauen lediglich 19 Monate oder gute eineinhalb Jahre auf die 40 Beitragsjahre fehlen. Anders sieht es bei allen im Vorjahr neu in Pension gegangenen weiblichen Angestellten aus. Hier liegt die durchschnittliche Beitragsdauer bei lediglich 404 Monaten (33 Jahre und acht Monate). (APA)

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