Die wichtigsten Etappen im Nahost-Friedensprozess seit Oslo

20. Juli 2000, 13:03

Camp David- Der Nahost-Friedensprozess stand in den vergangenen Jahren immer wieder kurz vor dem Scheitern. Auf dem Weg zu einem dauerhaften Frieden zwischen Israeli und Palästinensern gab es zahlreiche Blockaden und Rückschläge. AFP dokumentiert im Folgenden die wichtigsten Etappen im Nahost-Friedensprozess seit dem Friedensabkommen von Oslo vor sieben Jahren:

1993:

29. August: Nach monatelangen Geheimverhandlungen einigen sich Israel und die Palästinenser in Oslo auf ein Grundsatzabkommen über die palästinensische Selbstverwaltung. Das Abkommen sieht unter anderem die gegenseitige Anerkennung vor.

13. September: Das Grundsatzabkommen wird in Washington feierlich unterzeichnet. Historischer Händedruck zwischen Ministerpräsident Yitzhak Rabin und dem Chef der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO), Yasser Arafat.

1994:

4. Mai: Arafat und Rabin unterzeichnen in Kairo den Autonomievertrag, mit dem die Selbstverwaltung der Palästinenser im Gazastreifen und in Jericho in Kraft tritt. Bis zum 13. Mai zieht sich die israelische Armee aus Jericho zurück, am 17. ist auch der Abzug aus dem Gazastreifen abgeschlossen.

1. Juli: Nach 27 Jahren im Exil kehrt Arafat in palästinensisches Gebiet zurück.

1995:

28. September: Rabin und Arafat unterzeichnen in Washington ein Interimsabkommen (Oslo II) über die Ausweitung der Autonomie im Westjordanland.

4. November: Rabin wird in Tel Aviv von einem jüdischen Extremisten ermordet. Sein Nachfolger wird der bisherige Außenminister Shimon Peres.

1996:

20. Jänner: Arafat wird zum Präsidenten der Palästinensischen Autonomiebehörde gewählt.

29. Mai: Amtsantritt des konservativen israelischen Regierungschefs Benjamin Netanyahu, der sich gegen die palästinensische Autonomie stellt.

1./2. Oktober: Krisengipfel in Washington zwischen Clinton, Arafat, Netanyahu und König Hussein von Jordanien.

1997:

15. Jänner: Netanyahu und Arafat einigen sich auf den Abzug der israelischen Armee aus vier Fünfteln der Stadt Hebron im Westjordanland.

18. März: Israel beginnt mit dem Bau der jüdischen Großsiedlung in Har Homa im arabischen Ostjerusalem. Bis zu den Friedensgesprächen in Wye Plantation im Oktober 1998 steckt der Friedensprozess in der Sackgasse.

1998:

15. bis 23. Oktober: Israelisch-palästinensische Friedensverhandlungen in Wye Plantation bei Washington. Israel sagt den Abzug aus weiteren 13 Prozent des Westjordanlands sowie die Freilassung von 750 palästinensischen Gefangenen aus israelischen Gefängnissen zu. Die palästinensische Autonomiebehörde verpflichtet sich im Gegenzug, Anschläge gegen Israel zu verhindern.

16. Dezember: Unter dem Druck der Ultra-Orthodoxen verkündet Netanjahu den Stopp der weiteren Umsetzung des Wye-Abkommens.

1999:

17. Mai: Ehud Barak von der Arbeitspartei wird zum neuen israelischen Regierungschef gewählt.

5. September: Im ägyptischen Sharm al Sheikh unterzeichnen Israel und die Palästinenser einen Vertrag zur Umsetzung des Abkommens von Wye. Er sieht die Übergabe weiterer elf Prozent des besetzten Westjordanlandes an die palästinensische Verwaltung ab 20. Jänner 2000 sowie Verhandlungen über den endgültigen Status der Autonomiegebiete nach Abschluss eines Rahmenabkommens im Februar 2000 vor.

8. November: Beginn der israelisch-palästinensischen Verhandlungen über den endgültigen Status der Palästinensergebiete.

2000

3. Februar: Gipfel Barak-Arafat in Erez bringt keine Einigung über weiteren israelischen Abzug aus dem Westjordanland.

21. März: Wiederaufnahme der israelisch-palästinensischen Friedensverhandlungen auf dem US-Luftwaffenstützpunkt Bolling bei Washington.

25. Juni: Arafat kündigt die Ausrufung eines Palästinenserstaats am 13. September an.

11. Juli: Beginn des Dreier-Gipfels in Camp David.

20. Juli: Der Gipfel steht kurz vor dem Aus. Die Verhandlungsparteien wollen die Gespräche zunächst jedoch fortsetzen.

(APA)

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