Dufte Noten fürs Bad

17. Februar 2007, 17:00
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Mini-Duftsprays im Test: Die Fußballsocken meines Sohnes, die Windeln meiner Nichte, die Ochsenziemer meines Hundes - Manchmal wär eine Gasmaske fein

Handlicher sind allerdings Miniatur-Raumsprays.

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Ambi Pur Seaworld "Pink Flowers"
10 ml, € 2,69 (Merkur)
Wie die Shell-Muschel, nur dreidimensional geformt ist der Dufthalter von Ambi Pur, das Pendant zur Wahl ist ein hellblauer Delphin. Das Muschel-Material passt zum Design: Kunststoff zwar, aber in satiniertem Champagnerweiß durchaus edel wirkend. Das erste Einlegen der Kartusche verlangt einigen Kraftaufwand, danach geht das Auswechseln leichter. Der Zehn-Milliliter-Inhalt reicht - wie auf der Verpackung angegeben - für ungefähr 100 Drücker. Zur Auswahl stehen fünf Düfte; Pink Flowers soll ein "zarter Blumenduft mit grünen, fruchtig-würzigen Akzenten" sein. Ich erschnuppere mehr Moschus und Süßholz sowie einen Hauch Putzmittel, der sich im Gegensatz zum restlichen Duft aber relativ rasch verflüchtigt. 8,5 Punkte

Brise One Touch "Wild Flowers"
10 ml, € 3,29 (Billa)
Dass die Form der Funktion folgen soll, haben die Designer des blattförmigen Dufthalters von Brise leider nicht beherzigt: Beim Anheben des Deckels zum Kartuschewechsel bohrt sich die Blattspitze entweder in die Wand, oder sie hebelt die ganze Halteform von der Wand weg. Hebt man aber den Deckel nur teilweise an, ist das Auswechseln der Kartusche mühsame Fingerspitzenarbeit. Abgesehen von diesem Designfehler, der bei den beiden anderen Halterformen (klassisch-schlicht oder knallbunt-modern) kein Thema ist, handelt es sich hier aber um ein gelungenes Produkt. Besonders löblich ist die Auswahl aus neun Duftnoten; Wild Flowers verströmen anfangs ein sehr intensives, eher zitroniges als blumiges Aroma, das stundenlang in der Luft hängt. Rein optisch sind auch Form und (Perlmutt-)Farbe des Blattes edel. Die zehn Milliliter reichen für rund 100 Touches, die Kosten dafür sind allerdings die höchsten im Test. 8,0 Punkte

WC-Ente AirDeo fresh (grün)
50 ml, € 1,95 (dm)
Der einzige Testkandidat ohne Treibgas bringt den fünffachen Inhalt, aber nur die zweieinhalbfache Menge an Sprühanwendungen ins Bad. Die markentypische Form mit dem geschwungenen Hals ist meines Erachtens für den Sprüheffekt wenig hilfreich: Einiger Kraftaufwand (definitiv mehr als ein zarter Fingerdruck) ist nötig, um das zitronig-mandarinige Parfum in die Luft zu befördern. Das wiederum rüttelt an der Halterung - mit dem Erfolg, dass das Fläschchen auf dem Boden landet. Abgesehen vom ökologischen Aspekt punktet dieser Spray noch mit zwei weiteren Superlativen: Er ist mit knapp drei Zentimetern Abstand zur Wand das Platz sparendste (der Durchschnitt liegt bei fünf Zentimetern) und das billigste Modell im Test. 5,5 Punkte

Invero Minispray "Lemon Fresh"
11 ml, € 2,49 (Merkur)
Wenn man "Invero Minispray" googelt, bekommt man auf Deutsch genau einen Treffer: die Kleinanzeigen der österreichischen Hebammen-Website. Mein Wissen um die Anzahl der verschiedenen Invero-Duftnoten stammt daher aus dem Supermarkt-Sortiment: Dort gab's zwei. Lemon Fresh verströmt - wer hätte es gedacht? - intensives, aber nicht aggressives Zitrusaroma. Vielleicht sogar zu dezent, denn der Wohlgeruch bleibt nicht lang in der Luft. Die schneeweiße, an eine Computermaus erinnernde Halterung ist kein Eyecatcher, sie wirkt im besten Fall modern, im schlechtesten billig. Warum man mit zehn Prozent mehr Inhalt nur ebenso viele Anwendungen erwarten darf wie bei den gasgetriebenen Konkurrenz, wird nicht erklärt. 5,0 Punkte
(Marie Thérèse Gudenus/DER STANDARD, Printausgabe 16.02.2007)

Jeder Test spiegelt die ganz persönliche Erfahrung der Autorin wider.
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    grafik: der standard

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